Wie kann #Critlib die Bibliothek in Zukunft aktiver gestalten?

Das Thema Critlib sorgt für Debatten in der Bibliotheks-Community, bisher vor allem im englischsprachigen Raum. Das Thema beschäftigt sich mit der kritischen Selbstbetrachtung der Bibliotheken und der Rolle, die sie in der Gesellschaft einnehmen wollen. Auch auf dem Bibliothekartag 2018 wird im Rahmen eines Zine-Projekts dazu rege und offen diskutiert.

Von Seán Köhlmoos

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Die Gesprächsgruppen bearbeiten ihre Themen zu #Critlib. Foto: Bibliotheksnews/sk

Auf dem Bibliothekartag werden aktuelle Jahrestrends und Entwicklungen diskutiert, daher dürfte es einen kaum wundern, auch das Thema Critlib hier vorzufinden. Critlib, kurz für Critical Librarianship, ist eine Bewegung, die sich damit auseinandersetzt welche Position Bibliotheken in der Gesellschaft einnehmen, welche Funktion sie erfüllen und vor allem wie sie sich mehr einbringen und aktiv werden können. Soziale und politische Themen stehen dabei besonders im Mittelpunkt. Das angestrebte Ziel ist es meist, Bibliotheken als zentralen Punkt zur Verbesserung der Gesellschaft zu etablieren und auch die Bibliotheken selbst proaktiver zu gestalten und politisch mitgestalten zu lassen.

Die Bewegung hat ihren Schwerpunkt bisher vor allem im englischsprachigen Raum, insbesondere in den Vereinigten Staaten, und befasst sich vor allem mit den dort relevanten Problemen und Fragen. Auf dem Bibliothekartag 2018 soll die Bewegung nun auch im DACH-Bereich Fuß fassen. Unter der Leitung von Karsten Schuldt vom Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft, Peter Jobmann von der Stadtbibliothek Buxtehude, Maik Stahr und Alexandra Jobmann von der Universität Bielefeld wurde mit dem Ziel eines Zine-Projekts lebhaft diskutiert.

Zu Beginn wurden die Ideen hinter Critlib kurz erläutert und das Plenum auf den aktuellen Stand gebracht. Zudem wurden von den Projektleitern einige Themenpunkte vorgestellt, die zu Vorschlägen inspirieren sollten. Der Großteil des Input kam danach von den Teilnehmern. Grade bei diesem Thema ist dies besonders wichtig um genau die Fragen und Probleme zu ermitteln, die aktuell relevant sind und die Community beschäftigen. Schnell kristalisierten sich die Neutralität und Unabhängigkeit der Bibliotheken, sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Sinne, und die Geschlechterverhältnisse auf dem Bibliothekartag und in der Bibliotheksbranche insgesamt als die meistgefragtesten Themen heraus. Diese wurden daraufhin in Gesprächsgruppen weiter debattiert und untersucht. Die Endergebnisse sollen, wenn dies dem Resultat angemessen ist, in einem Zine verarbeitet und über die entsprechenden Kanäle verfügbar gemacht werden.