Die Gewinner des b.i.t.online Innovationspreises im Gespräch

Die Kommission für Ausbildung und Berufsbilder des Berufsverbands Information Bibliothek (BIB) vergibt auch dieses Jahr, zusammen mit der Zeitschrift b.i.t.online, den Innovationspreis an Bachelor-, Master-, oder Diplom-Arbeiten aus den Bereichen Bibliothek, Dokumentation oder Information. Dieses Jahr waren wieder spannende Arbeiten dabei und die drei Gewinner fahren mit einer Prämie von 500€ heim. Alex Maurer von bibliotheksnews hat mit den Gewinnerinnen gesprochen.

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Jennifer Hale (TH Köln) schrieb die Bachelor-Arbeit „Gaming in der Vermittlung von Informationskompetenz an Hochschulbibliotheken“. Foto: bibliotheksnews/am

Ein Wahlpflichtfachprojekt inspirierte Jennifer Hale zu ihrer Arbeit. Im Zuge des Projekts hat sie, zusammen mit einem Partner, eine Einführung in die Literaturrecherche an der Universitätsbibliothek Bochum gestaltet und dabei die App „Kahoot“  genutzt um mit einem interaktiven Quiz die Leute zum diskutieren zu bringen. Das positive Feedback und die Tatsache, dass es einfach Spaß gemacht hat, brachte sie im Gespräch mit ihrer Dozentin dazu, ihre Bachelor-Arbeit mit dem Thema „Gaming“ im Hinterkopf zu schreiben. In ihrer Arbeit untersucht Jennifer Spiele in Verbindung mit Lernen und speziell im Kontext von Informations- und Bibliotheksschulungen.

bibliotheksnews: Was bedeutet die Auszeichnung für Sie?

Jennifer Hale: Eine durchaus unerwartete, aber vor allem anerkennende Auszeichnung als Krönung des Studiums.

bibliotheksnews: Was wünschen sie sich für Ihre Zukunft?

Hale: Viele interessante berufliche Erfahrungen und Begegnungen mit Kolleg*innen und Bibliotheksbesuchern. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Diplom- und Bachelorbibliothekar*innen entsprechend ihrer Leistungen bessere Vergütungs- und Aufstiegsmöglichkeiten haben.

bibliotheksnews: Was würden Sie Studierenden mit auf den Weg geben?

Hale: Unseren sich stetig wandelnden Berufszweig und die sich bereits im Studium bietenden Möglichkeiten, unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln, als Chance zu sehen.

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Sabrina Lorenz (HAW Hamburg) schrieb die Bachelor-Arbeit „Makerspaces in Öffentlichen Bibliotheken“. Foto: bibliotheksnews/am

Sabrina Lorenz kam durch ihr Projekt im 5. Semester auf das Thema. Im Rahmen des Projekts Tinkerbib hat Sabrina Makerspace-Angebote in der Zentralbibliothek der Bücherhallen in Hamburg entwickelt und später auch diese Ideen in kleineren Bibliotheken angewandt. Durch ihr reges Interesse an dem Thema und dem Willen neue Konzepte in Bibliotheken zu bringen, hat sie als logische Konsequenz ihre Bachelor-Arbeit dann auch genau darüber geschrieben.

bibliotheksnews: Was bedeutet die Auszeichnung für Sie?

Sabrina Lorenz: Die Auszeichnung bedeutet für mich eine Wertschätzung meiner Arbeit und meiner Ideen. Ich hoffe, dass ich durch die Auszeichnung und die Publikation der Arbeit eine höhere Aufmerksamkeit für das Thema „Makerspaces in Öffentlichen Bibliotheken“ schaffen und so insbesondere auch kleineren Bibliotheken zeigen kann, wie sie ein solches Format planen und durchführen können.

bibliotheksnews: Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Lorenz: Ich wünsche mir, dass es in Zukunft noch mehr innovative Veranstaltungskonzepte für Bibliotheken gibt und dass diese auch untereinander diskutiert und geteilt werden. Nach meinem Masterstudium würde ich gerne in einer Bibliothek arbeiten und es anderen Studierenden ebenfalls ermöglichen, ihre Ideen und Konzepte dort zu entwickeln und auszuprobieren.

bibliotheksnews: Was würden Sie Studierenden mit auf den Weg geben?

Lorenz: Seid kreativ und traut euch, anderen von euren Projekten zu erzählen und diese zu veröffentlichen. Nutzt solche Möglichkeiten, wie den b.i.t.online Innovationspreis, um eure Ideen bekannt zu machen und anderen als Inspiration zu dienen.

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Rahel Zoller (TU Kaiserslautern) schrieb die Master-Arbeit „Partnerschaftsmanagement, was soll das denn sein?“ Foto: Bibliotheksnews/am

Im Beruf wird Rahel mit ihrem Thema in Form eines Qualitätsmanagementmodells konfrontiert und in Verbindung mit ihrem Studienfach Organisationsentwicklung lag ihr das Thema nahe. Und so kam es zu der Master-Arbeit. Bei „Partneschaftsmanagement in Bibliotheken“ bekommt sie oftmals fragende Blicke. Sie erklärt: „Die Idee kommt aus dem Total Quality Management: Partnerschaften sollen eine zusätzliche Ressource für Bibliotheken sein, die dabei unterstützt strategische und operative Ziele zu erreichen. Nach einer Untersuchung der Gründe, Ziele, Chancen und Risiken wird ein Partnerschaftsmanagement-System entwickelt, dass Instrumente und Methoden für den gesamten Zyklus von der strategischen Partnerwahl über Einleitung und Durchführung bis zur Evaluation der Partnerschaft bietet. Zudem wird der Einfluss von Partnerschaftsmanagement auf die Organisationsentwicklung betrachtet.“

bibliotheksnews: Was bedeutet die Auszeichnung für Sie?

Rahel Zoller: Nachdem ich bereits mit der Benotung meiner Arbeit mehr als glücklich war, ist die Auszeichnung eine weitere Bestätigung dafür, dass sich der Aufwand und die Mühen des berufsbegleitenden Masterstudiums gelohnt haben und zeigt mir, dass ich ein Thema gewählt habe, welches auch für andere interessant ist. Und wer freut sich nicht, ein gedrucktes Buch mit dem eigenen Namen darauf in Händen zu halten?

bibliotheksnews: Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Zoller: Im Hinblick auf die Arbeit würde ich mich über Rückmeldungen von Bibliotheken freuen, die meine Empfehlungen ausprobieren. Für mich persönlich wünsche ich mir die Möglichkeit die Kenntnisse aus meinem Studium der Organisationsentwicklung in der Praxis anwenden zu können. Zudem möchte ich offen bleiben und viele weitere Methoden und Instrumente kennenlernen.

bibliotheksnews: Was würden Sie Studierenden mit auf den Weg geben?

Zoller: Nicht verzweifeln, wenn es steinig wird und Schwerpunkte entsprechend der persönlichen Interessen setzen. Und für alle, die über eine berufsbegleitende Weiterbildung nachdenken: Der Aufwand lohnt sich! Natürlich ist es anstrengend Beruf, Familie und Freizeit damit zu vereinbaren, aber die Impulse, die man bekommt, sind es absolut wert.