Bücher in Bewegung

Wie steht es um die Fahrbibliotheken in Deutschland und welche Probleme, Herausforderungen und Chancen sehen Johannes von Freymann und Matthias Weyh? Sind mobile Bibliotheken nur etwas für kleine Gemeinden oder auch für große Städte wie Berlin? Mit dieser Frage beschäftigte sich Stefan Rost und gab einen kleinen Einblick in die Berliner Geschichte der Bücherbusse. Durch die Veranstaltung führte Danilo Vetter, Fachbereichsleiter der Stadtbibliothek Berlin-Pankow.

 Von Kim-Aylin Kirchner

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Von links nach rechts: Johannes von Freymann, Danilo Vetter (Moderator), Matthias Weyh und Stefan Rost. Foto: bibliotheksnews/kk

In Deutschland gibt es knapp 90 Fahrbibliotheken mit 105 Fahrzeugen. Unterstützt werden die Fahrbibliotheken seit 2012 von der dbv-Kommission Fahrbibliotheken. Die dbv-Kommission besteht neben Johannes von Freymann, Leiter der Kommission und Vorsitzender der Bibliotheksleitung der Fahrbücherei Celle und Matthias Weyh, Leiter der Busbibliothek Bremen aus drei weiteren Mitarbeitern. Ihre Arbeit beinhaltet das Sammeln und öffentliche Bereitstellen aller relevanten Informationen zur Fahrbibliotheksarbeit. Somit sollen alle Fahrbibliotheken die Möglichkeit haben, sich untereinander und gegenseitig über ihre Arbeit auszutauschen. Besonders im Fokus steht die Öffentlichkeitsarbeit, um die Arbeit und das Angebot der mobilen Bibliotheken noch bekannter zu machen. Ein wichtiges Problem, dem sich die Bücherbusse stellen müssen, ist die Frage nach einer alternativen Antriebsmöglichkeit angesichts der Dieselproblematik. Zudem müssen sich die Fahrbibliotheken, ähnlich den „normalen“ Bibliotheken, mit einem Wandel des Medienkonsums auseinandersetzen. Dementsprechend haben die Fahrbibliotheken in Zukunft noch einige Herausforderungen zu bewältigen.

Ein paar Zahlen und Fakten rund um die Fahrbibliotheken in Deutschland trug Matthias Weyh vor. Die Zahlen stammen aus einer letztjährigen Erhebung der DBS, in deren Rahmen alle 89 Fahrbibliotheken in Deutschland angefragt wurden und es eine beeindruckende Resonanz von 84 Rückmeldungen gab. Die 105 Bücherbusse legten durchschnittlich 11907 km zurück und versorgten 2308 Leser*innen mit 82144 entliehen Medien. Positiv zu bemerken ist, dass jeder Bücherbus mittlerweile über eine EDV-Anbindung verfügt.

Stefan Rost, Leiter der Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf Fahrbibliothek Berlin beschäftigte sich mit der Frage, ob in einer Großstadt wie Berlin mit Öffentlichen Bibliotheken an mehr als 70 Standorten in 6 von 12 Bezirken, zusätzlich noch mobile Fahrbibliotheken benötigt werden. Dies sei seiner Meinung nach jedoch aus mehreren Gründen eindeutig der Fall. Zum einen ist es den Mitarbeitern um einiges besser möglich auf Kundenwünsche einzugehen, was sich auch in der positiven Resonanz der Kunden widerspiegelt. Zum anderen sind mobile Bibliotheken auch in der Lage sonst schwer zu erreichende Ortschaften mit einem Medienzugang zu versorgen und so ein unverzichtbares Mittel der Leseförderung, vor allem für Kindergärten und Grundschulen.