Bibliotheksangebote für die Generation von morgen

Bei der Präsentation über die kommende Generation fanden sich Dr. Mathis Prange (Justus-Liebig-Universität, Gießen), Sibylle Rudin und Anne-Lise Hilty (GGG Stadtbibliothek Basel), Detlev Dannenberg (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) sowie Lana Winnacker und Anna Julie Harmuth (Staats- und Universitätsbibliothek Bremen) zusammen, um das Bibliotheksangebot stabil in die Zukunft zu befördern. Oder zumindest einige Denkanstöße in die Richtung zu geben. 

Von Alex Maurer

Bei der Einführung stellte Moderatorin Christiane Bornett die Frage „Müssen Kompetenzen immer digital sein?“, obwohl Menschen und Beziehungen noch immer sehr gefragt seien. Zwischen all dem Digitalisierungs- und Medienwahn stecke immer noch der menschliche Kern und wenn es drauf ankommt, sei es auch dieser, der am Ende zählt.

Dr. Mathis Prange berichtete in seinem Vortrag „Kompetent mit digitalen Medien umgehen. Wissenswertes mit, über und in Medien.“ von Social Media, Medienkompetenz und einer sich immer wandelnden digitalen Landschaft. So habe sich eine Künstliche Intelligenz innerhalb von 40 Tagen selbst „Go“ beigebracht. „Go“ ist ein chinesisches Brettspiel, das als extrem komplex gilt. Und so exponentiell wie die Datenmengen weltweit in die Höhe schießen, muss sich der Mensch mit seinen Arbeitsbedingungen der enormen Geschwindigkeit anpassen. Dadurch entsteht eine sogenannte „Digitale Spaltung“, also jene Spaltung zwischen den Medienaffinen, die mit dieser Geschwindigkeit klarkommen, und denjenigen die das eben nicht schaffen. Prange schlägt die Entwicklung zielgruppenorientierter Konzepte vor, die an alltagsrelevanten Interessen und Fähigkeiten der Individuen ansetzen und deren bildungsbezogene Weiterentwicklung berücksichtigen.

Sibylle Rudin und Anne-Lise Hilty sind Mitarbeiterinnen der GGG Stadtbibliothek Basel, oder wie sie in ihrem Vortrag „Jugend(bibliotheks)arbeit in Basel“ stolz erwähnten: „Wir sind die öffentliche Bibliothek in Basel“. Angefangen hat alles mit Jugendlichen, die in der Bibliothek nur Lärm und Abfall machten. Die Bibliothekare wurden zur Verzweiflung getrieben und riefen die Polizei oder verhängten Hausverbote. Doch wie Sibylle Rudin feststellte: „Jugendliche sind die Zukunft der Bibliotheken“ und eigentlich sollten sie doch wieder kommen, statt dass wir sie vertreiben. So entstand 2012 die Jugendarbeit mit der Devise: Zuhören statt vertreiben. Die Jugendarbeiter beschäftigen sich mit den Problemen und Herausforderungen der Jugendlichen und bauen über Wochen und Monate eine Beziehung zu ihnen auf. So werden sie nicht nur nicht vertrieben, sondern sie kommen wieder, weil sie merken das sie hier reden können. Mittlerweile ist die Nachfrage hoch. So hoch, dass nicht genug Jugendarbeiter da sind. Das Projekt hält sich bisher nur mit Spenden am Leben.

am02.jpg

Vortragende (von links nach rechts): Sibylle Rudin, Anne-Lise Hilty, Detlev Dannenberg und Lana Winnacker. Foto: bibliotheksnews/am

Detlev Dannenberg zeigt bei seinem Vortrag „Didaktisches Design von bibliothekspädagogischen E-Learning-Kursen“, wie E-Learning-Kurse aufgebaut werden können. Dabei geht es vor Allem um didaktische Konzeption und Verknüpfungen, aufbereitet für eine optimale Lehr-Lern-Methodik. Die Lehrenden sollen Lernräume schaffen, die die Aneignung von Kompetenzen ermöglichen. Prüfungen sollen so gestaltet sein, dass Rückschlüsse auf die Kompetenz ermöglicht werden.

Der Vortrag „(Never) change a running system! Neue Schulungskonzepte an der SuUB Bremen“ von Anna Julie Harmuth und Lana Winnacker, informierte über neue Schulungsarten, bei denen Gamification-Elemente eingestreut werden. So wie beispielsweise das Quiz-Spiel „Kahoot“, bei dem der Lehrende Fragen stellt, die die Lernenden auf ihrem Desktop oder auf ihrem Smartphone beantworten, und so Punkte sammeln können. So spielen die Lernenden um den Sieg und sind motiviert mitzumachen. Als nächstes wurde „Nearpod“ vorgestellt, eine Desktop-App, die PowerPoint-Präsentationen, PDFs und auch JPEGs bearbeiten lässt. Man kann 3D-Objekte, Quizzes, Umfragen und mehr in die eigene Präsentation einbauen und somit wiederum mehr Interaktion fordern. „Actionbound“ ist ein Tool mit dem man Rallyes erstellen kann, die die Lernenden auf die Suche schickt. Beispielsweise kann man Multiple Choice- oder Schätzfragen einbauen. Bei diesen Rallyes gab es ab und zu Komplikationen, bei denen die Spieler nicht sicher waren, was sie tun oder wo sie gucken mussten. Einige gingen komplett verloren oder haben einfach andere Dinge getan. Zum Schluss wurde „Breakout EDU“ gezeigt. Dieses Spiel basiert auf klassischen Escape Room Spielen. Hier ist das Ziel, eine Truhe mit einem Code zu öffnen. Das Storytelling beinhaltet Rätsel, die eine Lösung generieren sollen, die man als Schlosscode verwenden kann. Insgesamt wurden diese Arten der Schulung durchaus gelobt und sie sollen durch ihre Interaktion und motivierenden Gamification-Elemente eine positive Entwicklung bei Schülern und Studierenden zeigen.