Bibliotheken – Orte der Arbeit

Am Donnerstagmorgen entstand unter der Moderation von Prof. Dr. Tom Becker von der TH Köln eine spannende Diskussion zum Thema „Herausforderungen aus der Stadtgesellschaft – Möglichkeiten am Arbeitsplatz“. Die Zuhörer*innen wurden mitgenommen auf eine Reise in eine Zukunft voller flexibler Co-Working-Spaces und Teilöffentlichkeiten.

Von Magdalena Eberle

„Laut werden und Raum einfordern“, appellierte Prof. Dr. Stefanie Bremer von der Universität Kassel an die anwesenden Bibliothekar*innen. Die Städteplanerin zeigte in ihrem Vortrag, dass Öffentlichkeit heute überall ist. Die griechische Agor in der Stadtmitte gibt es nicht mehr: Diskurs und Gemeinschaft findet in Teilöffentlichkeiten, in virtuellen und realen Räumen statt. In Big Data sieht Bremer die Chance diese öffentlichen Räume optimal an die Bedürfnisse der Bürger*innen anzupassen.

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Von rechts nach links: Stefanie Bremer, Tom Becker, Karin Heist und Manuel Gründel. Foto: bibliotheksnews/me

Die Anpassung der Arbeitszeit an die Bedürfnisse der Arbeitenden griff Karin Heist von der Körber Stiftung Hamburg auf, als sie über die Verlängerung der Lebensarbeitszeit sprach. Für Heist ist es wichtig, dass wir uns auf ein langes Arbeitsleben vorbereiten. Das Leitbild des frühen Ruhestandes kritisierte sie stark und legte eine verantwortungsvolle Selbstreflexion der Arbeitsverhältnisse nahe. So könne man auch in der zweiten Lebenshälfte von der Multigrafie eines langen Lebens profitieren.

Für motiviertes Arbeiten bis ins hohe Alter ist auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes entscheidend. Manuel Gründel von vitra zeigte Bilder von innovativen Orten des Arbeitens. Sie erinnern stark an das Design moderner Bibliotheken und verdeutlichen, wie auch in Firmen der Wissensaustausch und das „social learning“ in den Fokus rücken.

In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Bibliotheken ein hohes Bewusstsein für die Raumanforderung des agilen Arbeitens haben. In der Praxis fehlen jedoch oft Raum und Personal, um den ansteigenden Bedarf zu decken und auch die Bibliothekar*innen haben in ihrem beruflichen Alltag wenig Möglichkeit für eine flexible Arbeitsplatzgestaltung.