#BIBChatDE

Marlene Neumann und Tanja Erdmenger haben stellvertretend für ihr Team das Twitterformat @BIBChatDE vorgestellt. Der 2017 gestartete Chat ermöglicht der LIS-Community einmal im Monat einen Austausch zu Fachthemen unter dem #BIBChatde.

Von Samantha Tirtohusodo

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Der Twitteraccount von @BIBChatDE. Foto: bibliotheksnews/st

Bereits seit einem Jahr werden unter @BIBChatDE Bibliotheksthemen getwittert. Jeden ersten Montag in Monat werden für eine Stunde unter dem Hashtag relevante Themen zu Bibliotheken diskutiert. Organisiert wird das Projekt von einem fünfköpfigen ehrenamtlichen Team. Inspiriert hat sie dazu @EdchatDE, ein Twitterchat für Lehrende und Interessierte.

Das Diskussionsthema wird von den Chatteilnehmern im Vorfeld durch ein Voting mit Likes festgelegt. Moderatoren stellen vor jedem Chat Fragen und Links zusammen. Diese werde als vorab Information auf Twitter geteilt.  Zu Beginn des Chats gibt es eine Vorstellungsrunde, in der jeder Namen, Funktion und Herkunft von sich preisgibt. Während der Diskussion müssen die Teilnehmer schnell und spontan auf andere Tweets reagieren. Dabei kommt es oft zu impulsiv geteilten Aussagen. Durch die begrenzte Zeichenanzahl und die Echtzeitkommunikation können Meinungen nicht immer ordentlich ausformuliert werden. In den letzten Minuten der Runde werden Themenvorschläge für den nächsten Twitterchat gesammelt.

Die Diskussion wird am Ende von den Moderatoren aufbereitet und ist auf bibchat.de nachzulesen. Außerdem sind auch nachträglich alle Tweets bei TAGS, einem Twitter-Archive-Tool, einzusehen. Dafür ist keine Registrierung auf Twitter notwendig.

Bei jedem Twitterchat nehmen im Schnitt vierzig aktive User Teil und es werden durchschnittlich 300 Tweets gesendet. Eine Umfrage ergab, dass es deutlich mehr Mitleser gibt, die die Diskussion passiv verfolgen. @BIBChatDE hat nach einem Jahr berits rund 1300 Follower. Die Topthemen des ersten Jahres waren Sonntagsöffnungen, soziale Medien, Nichtnutzer*Innen und interdisziplinäre Netzwerke.

Für die Zukunft überlegt das Team um @BIBChatDE mit Diskussionen zu Spezialthemen, die über bibliotheksfachliche Themen hinausgehen, zu experimentieren. Außerdem könnte man gezielt Akteure oder Communities einladen oder Gastmoderatoren einbeziehen. Als ergänzendes Format wäre ein „Slowchat“ tauglich. Es könnte beispielsweise jede Woche einen Abend lang Fragen zu einem Themengebiet diskutiert werden.

Das Format für den Austausch der LIS-Community hat aber auch gewissen Grenzen. Die Plattform Twitter wurde bewusst ausgewählt, da sie öffentlicher ist als Facebook. Twitter ist in Deutschland allerdings eine Nischenplattform. Die Schnelligkeit der Diskussion und die impulsiven Antworten werden von vielen Nutzern geschätzt, können aber sicher auch als oberflächlich empfunden werden. Die Twitterchats dienen vor allem als Initiale, für eine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema und für die Auffindung von Akteuren.