Der b.i.t.online-Innovationspreis 2017

Der „b.i.t.online-Innovationspreis“ ist einer der Höhepunkte des Bibliothekartags für den Nachwuchs. Auch in diesem Jahr wurde die begehrte Auszeichnung im Rahmen des Innovationsforums verliehen. Bibliotheksnews stellt die ausgezeichneten Arbeiten vor.

Von Roman Falkenberg

Zum nunmehr 20. Mal werden mit dem b.i.t.online-Innovationspreis besonders innovative Bachelor-, Master-, Diplom- und Projektarbeiten aus den Bereichen Bibliothek, Information und Dokumentation ausgezeichnet. Verliehen wird dieser Preis jährlich von der Kommission Ausbildung und Berufsbilder (KAuB) des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB) in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift b.i.t.online.

 

Christine Niehoff, Eva May, Karin Holste-Flinspach und Eva Bunge (von links) bei der Präsentation der prämierten Arbeiten. Foto: bibliotheksnews/rf

Prämiert wurden die Masterarbeiten von Eva Bunge und Christine Niehoff (beide Humboldt-Universität Berlin), sowie die Bachelorarbeit von Eva May (Fachhochschule Potsdam).

Bunges Arbeit „Citizen Science in der Bibliotheksarbeit – Möglichkeiten und Chancen“ geht der Fragestellung nach, inwieweit sich Citizen Science in die Welt des Bibliothekswesens integrieren lässt. Hauptziel der Bibliotheken ist dabei nicht die eigene Forschung sondern vielmehr die Unterstützung von Projekten.

Neben bereits in Bibliotheken angewandten Beispielen aus der Praxis, werden in ihrer Arbeit auch die Anforderungen an die Einrichtung und der mit der Integration einhergehende Mehraufwand ausführlich erläutert.

Mit der Bachelorarbeit „Wissenschaftliche Bibliotheken und Stadtentwicklung“ hat sich Eva May mit der Fragestellung auseinandergesetzt, welche Rolle wissenschaftliche Bibliotheken zukünftig in der Stadtentwicklung spielen und welche Chancen sich durch die Implementierung der Bibliotheken in die Stadtentwicklung ergeben. Als Beispiel nennt Sie in ihrer Arbeit u. a. die Königliche Bibliothek zu Kopenhagen, die seit dem Anbau des „schwarzen Diamanten“ eine wichtige Rolle fürs Branding als Kulturstadt hat.

Die prämierte Masterarbeit „Der Stille auf der Spur: An Exploration of Quiet Study Places in German and British University Libraries“ von Christine Niehoff bietet einen spannenden Einblick in die Entwicklung der Stillarbeitsplätze der Universitätsbibliotheken in Deutschland und Großbritannien. Eine Entwicklung, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre, stellt hierbei die Innovation der Library of East Anglia in Norwich dar. Hier hat man mittlerweile die Möglichkeit, Ruhestörer innerhalb der Bibliothek mit dem Smartphone zu melden. Generell hat sich laut Niehoff aber eine Erkenntnis bei der Erarbeitung der Arbeit gefestigt: „Stillarbeitsplätze sind heutzutage nicht wirklich still – geflüstert wird immer“.

(hinten links) Dr. Rafael Ball, Erwin König, Karin Holste-Flinspach, Vesna Steyer, Susanne Taege
mit den Preisträgerinnen Eva Bunge, Eva May, Christine Niehoff. Foto: bibliotheksnews/rf

Neben einer Prämie von 500 Euro, die in diesem Jahr erstmals von der co:bios-Stiftung gesponsert wurde, erhalten die Preisträger eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft im BIB. Des Weiteren werden die prämierten Arbeiten in der Reihe b.i.t.online INNOVATIV  als Buch veröffentlicht. Überreicht wurden die Preise vom b.i.t.online-Chefredakteur Dr. Rafael Ball und Erwin König, Vertragsleiter von Dinges & Frick. Laut Ball war die Kombination aus Wissenschaft und Anwendung der ausschlaggebende Aspekt für die Prämierung der drei Arbeiten.