Vorschläge zur Personalentwicklung für Digital Natives in deutschen Bibliotheken auf dem 106. Bibliothekartag

Im Schnitt bleiben Mitarbeiter der Generation Y nur 18 Monate bei einem Arbeitgeber und lassen jegliche Loyalität zu ihm missen. Dies betrifft auch flächendeckend die Bibliotheken in Deutschland. Der weiterhin anhaltende Fachkräftemangel in Deutschland und die zurückgehende Bewerberzahl waren weitere Gründe sich auf dem 106. Bibliothekartag mit dieser Generation zu beschäftigen.

Von Christopher Bahl

In der Fachzeitschrift Advertising Age wird der Begriff Generation Y zum ersten Mal im Jahre 1993 verwendet. Das englische Y wird wie das englische Wort „why“, ausgesprochen, auf Deutsch „warum“ und beschreibt ein Hauptmerkmal der Generation Y. Die Generation Z ist noch nicht ganz in der Arbeitswelt angekommen und befindet sich gerade in Ausbildung, so Heike Kamp von der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen.

 Wie sieht die Personalentwicklung für die GenY und Z aus? Wie kann in Ausbildung und Personalentwicklung darauf eingegangen werden? Wie kann die erfolgreiche Zusammenarbeit in der „Mehr-Generationen“-Belegschaft“ gelingen? Mit diesen Fragen haben sich Heike Kamp von der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen und Katrin Kabitzke von der Teilbibliothek Technik und Sozialwesen Bremen beschäftigt. Nach zwei kurzen einführenden Impulsvorträgen zu den Kompetenzen der betroffenen Generationen und den möglichen Auswirkungen in der (Aus)-Bildung generell, haben die Teilnehmer in einem Workshop, Auswirkungen auf die Arbeit in und von Bibliotheken benannt und mögliche Handlungsansätze erarbeitet.

Die Workshop-Teilnehmer haben sich voller Tatendrang in Gruppen zusammengeschlossen und sich mit zukunftsweisenden Fragen für Bibliotheken auseinandergesetzt.

Workshop-Teilnehmer stellen ihre Ergebnisse vor. Foto: bibliotheksnews/cb

Wie erreicht man generationsübergreifend ein harmonisches und erfolgreiches Miteinander? Ein viel diskutierter Vorschlag war hier, das Mehr-Generationen-Management, denn dieses ist seitens der Teilnehmer eine gute Möglichkeit, ein harmonisches Miteinander zu ermöglichen. Ein regelmäßiges Feedback und ein Maß an Fehlertoleranz sind zwei weitere der zahlreichen Vorschläge der Teilnehmer.

Vorschläge im Workshop zur generationsübergreifenden Zusammenarbeit. Foto: bibliotheksnews/cb

Wie gewinne ich Mitarbeiter der Generation Y für meine Bibliothek? Auch zu dieser Frage wurden einige Vorschläge gesammelt. Eine Stellenausschreibung mit Video ermöglichen und die Bewerbungsgespräche in einer Sitzecke in der Bibliothek stattfinden zu lassen, anstatt in einem Besprechungsraum, gehören wohl zu den interessantesten Vorschlägen an diesem Tag.

Vorschläge zur Gewinnung von Mitarbeitern der GenY. Foto: Bibliotheksnews/cb

Auch mit der Frage „wie führe und halte ich Mitarbeiter der Generation Y“, haben sich die anwesenden Teilnehmer beschäftigt. Flache Hierarchien ermöglichen und Freiräume für z.B. Projekt und Kreativität zu schaffen, waren Vorschläge die große Anerkennung bekommen haben. Als Vorschläge zum Verhalten gegenüber der Generation Y wurden u. a. die Empathie und eine bedürfnisorientierte Führung als zukunftsweisend erwähnt.

Vorschläge zur Haltung und Führung von Mitarbeitern der GenY. Foto: bibliotheksnews/cb

Gründe für diesen Workshop waren u. a. auch der weiterhin anhaltende Fachkräftemangel in Deutschland und die zurückgehende Bewerberanzahl, auch in Bibliotheken.