Verleihung des TIP-Awards 2017 an HAW Hamburg, Hochschule Hannover und TH Köln

Auf dem Bibliothekartag 2017 wurde zum zweiten Mal der Team Award Information Professionals für drei studentische Teamleistungen verliehen. Prof. Frauke Schade, Vorsitzende der Konferenz für bibliotheks- und informationswissenschaftliche Hochschulen und Ausbildungsgänge, moderierte die Projektpräsentationen. Im Anschluss verlieh Jörg Pieper von den Schweitzer Fachinformationen die Preise an die Teams der TH Köln, der HAW Hamburg und der Hochschule Hannover.

Von Freya Anders

Glückliche Gesichter nach der Preisverleihung bei (von links) Sebastian Sünkler, Caroline Bartsch, Sebastian Schultheiß, Anke Wittich, Sabine Stummeyer, Lukas Wähler, Prof. Dr. Achim Oßwald, Pia Piontkowitz, Jörg Pieper, Prof. Frauke Schade und Erwin König, Foto: bibliotheksnews/fa

Mit dem TIP-Award werden Teamarbeiten von Hochschulen ausgezeichnet, die eine innovative Antwort auf Fragen der digitalen Transformation bieten und Lösungen zur Gestaltung der digitalen Gesellschaft in Bibliotheken und Informationseinrichtungen liefern. Die drei Preisträger wurden von der Jury, bestehend aus Prof. Dr. Ursula Georgy (TH Köln), Prof. Dr. Joachim Griesbaum (Uni Hildesheim), Erwin König (b.i.t.online), Marlies Ockenfeld (DGI), Barbara Schleihagen (dbv) und Jörg Pieper (Schweitzer Fachinformation), ausgewählt.

Mit dem Ziel der Auszeichnung „studentische Arbeit sichtbar zu machen“ begrüßte Frauke Schade, Professorin für Informationsmarketing, PR und Bestandsmanagement an der HAW Hamburg, die Besucher der Projektpräsentation. Die für das spätere Berufsleben so wichtigen Soft Skills würden während der Hochschulzeit vor allem in Teamarbeiten erlernt und vertieft.

Als erstes präsentierten Pia Piontkowitz und Lukas Wähler stellvertretend für das Team des Instituts Informationswissenschaften der TH Köln ihr Projekt „’Abspeichern statt Abheften – sortieren Sie ihren digitalen Schuhkarton‘ – Leitfaden für den Einstieg in die Archivierung digitaler Daten“. Die Aufbewahrung von Erinnerungsstücken oder wichtigen Unterlagen verändere sich durch die neuen digitalen Formate. Dateien müssten in bestimmten Formaten vorliegen, um für die Langzeitarchivierung geeignet zu sein. Damit die Wiedergabe trotz der schnellen Entwicklung der Dateiformate gewährleistet sei, müssten die Bilder, Audiodateien oder Textdateien „alle zehn bis fünfzehn Jahre noch einmal umgespeichert oder umformatiert werden“, erklärt Pia Piontkowitz die Schwierigkeit. Die Daten sollten zur Sicherung selektiert, sinnvoll benannt und in Gruppen geteilt werden, empfehlen die Studierenden. Unter der Leitung von Prof. Dr. Achim Oßwald entwickelten die Studierenden einen Leitfaden, um private Nutzer bei der Archivierung ihrer persönlichen Daten zu unterstützen. Bei einem Workshop innerhalb der Reihe „Digitale Werkstatt“ an der Stadtbibliothek Köln konnte das Team den Nutzern ihre Empfehlungen näherbringen.

Pia Piontkowitz und Lukas Wähler von der TH Köln erläutern die Auswahl der Dateiformate, Foto: bibliotheksnews/fa

Im Anschluss stellten Sebastian Sünkler und Sebastian Schultheiß das Projekt des Department Information der HAW Hamburg vor. In „Ok Google… The End of Search as we know it. Sprachgesteuerte Websuche im Test“ untersuchte das Projektteam, geleitet von Friederike Kerkmann und Sebastian Sünkler, vier Voice-Web-Search-Systeme. Für ihren Auftraggeber, die Telekom AG, leiteten sie aus dem Ergebnissen Empfehlungen zur Gestaltung sprachgesteuerter Internetsuchen ab. Aktuell behelfen sich noch wenige Menschen mit virtuelle Sprachassistenten bei der Suche im Netz, doch Sebastian Sünkler geht davon aus, „dass in einigen Jahren die Nutzung weit verbreitet sein wird“. Er selbst benutze Google Now bisher nur für Anrufe. Einen Schwerpunkt legte das Team während der Tests auf die dialogorientierte Suche. Doch die Interaktionen mit dem Nutzer seien noch wenig ausgebaut, erläutert Sebastian Schultheiß die Projektergebnisse. Die Funktionen haben ihn bisher nicht zur Nutzung überzeugen können.

Ausführlicher berichtet Sebastian Sünkler selbst über sein ausgezeichnetes Projekt, den Preis und Teamarbeit im Interview „TIP-Award für Test von Voice-Web-Search-Systemen“.

Sebastian Schultheiß von der HAW Hamburg präsentiert die Ergebnisse des Retrievaltests, Foto: bibliotheksnews/fa

Das dritte Projekt „Leitfaden zu Open Educational Resources für Bibliotheken und Informationseinrichtungen“ stammt von einem Team der Hochschule Hannover. Die Projektmitglieder, vertreten von Caroline Bartsch und Sabine Stummeyer, studierten berufsbegleitenden, sodass sich die Zusammenarbeit vor Ort auf fünf Sitzungen konzentrierte. Dazwischen tauschten das Projektteam sich über eine Lernplattform und eine kollaborative Arbeitsplattform aus. Der von ihnen veröffentlichte Leitfaden zur Entwicklung von frei zugänglichen Lehr- und Unterrechtsmaterialen beschäftige sich mit didaktischen und formalen Anforderungen, Hinweisen zum Urheberrecht und Creative-Commons-Lizenzen sowie technischen Aspekten.

Sabine Stummeyer von der Hochschule Hannover spricht über die Herausforderungen der Teamarbeit, Foto bibliotheksnews/fa

Nach den Präsentationen fand die Preisverleihung mit der Überreichung des symbolischen Schecks mit dem Preisgeld über 800€ am Stand der Schweitzer Fachinformationen statt.

Weitere Impressionen von der Preisverleihung:

Die Preisgeldübergabe an das Team der TH Köln mit (von links) Pia Piontkowitz, Prof. Frauke Schade, Lukas Wähler und Jörg Pieper, Foto: bibliotheksnews/fa

Ein Scheck über 800€ für das Team der Hochschule Hannover mit (von links) Prof. Frauke Schade, Caroline Bartsch, Dr. Anke Wittich, Sabine Stummeyer und Jörg Pieper, Foto: bibliotheksnews/fa

Die Verleihung des TIP-Awards für das Team der HAW Hamburg mit (von links) Prof. Frauke Schade, Sebastian Schultheiß, Sebastian Sünkler und Jörg Pieper, Foto: bibliotheksnews/fa