Der Einsatz von Open-Access-Tools in Bibliotheken

Im Workshop „Open-Access-Beratung konkret: Welche Tools kann ich nutzen? Wie halte ich mich auf dem Laufenden?“ wurden die Einsatzmöglichkeiten von Open-Access-Tools in Bibliotheken diskutiert. Die Veranstaltung wurde von  Dr. Jasmin Schmitz von der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) – Informationszentrum Lebenswissenschaften und Dr. Ursula Arning, Leiterin des Programmbereichs „Open-Access-Publizieren und -Beraten“ an der ZB Med, geleitet.

Von Madeleine Bondesen

Jasmin Schmitz lud zur Open-Access-Beratung ein, Foto: bibliotheksnews/mb

Schmitz und Arning erläuterten anhand der ZB Med wie sich ihr Publikationsportal „PUBLISSO“ für die Open-Access-Aktivitäten in den Lebenswissenschaften nutzen lässt. Neben dem umfangreichen Publikationsangebot bestünden Beratungsangebote  wie ein Arrangement von oft gestellten Fragen (Frequently Asked Questions „FAQ“) zu den Themen wissenschaftliches Publizieren und Open Access. Bei Beratungsangeboten müsse man Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf ihre Gesamtheit betrachten, so Schmitz. Das heißt, dass ein Teil von ihnen aufgrund von Publikationsverpflichtungen nicht im Open-Access-Verfahren ohne Weiteres veröffentlichen könne. Aus diesem Grund müssten bei der Erarbeitung eines Beratungsangebotes berücksichtigt werden, in welchen Zwängen die Wissenschaftler eingebunden sind und welche Vorgaben sie zu berücksichtigen haben.

Ursula Arning assistierte bei dem Workshop Open-Access-Beratung konkret, Foto: bibliotheksnews/mb

Anschließend sammelten Schmitz und Arning grundlegende Fragen zum Thema Open-Access-Beratung in wissenschaftlichen Bibliotheken, die im Nachhinein diskutiert wurden. Neben der Beantwortung von allgemeinen rechtlichen Fragen und Tipps, wie man als Autor eine geeignete Open-Access-Zeitschrift findet, wurden Fragen zu dem sozialen Netzwerk ResearchGate und Alternativen zu dem Verzeichnis von elektronischen Zeitschriften Directory of Open Access Journals (DOAJ) kontrovers debattiert. ResearchGate sei eine massive Urheberrechtsverletzung, nicht gut erschlossen und kein Open Access, so Schmitz. Dennoch solle man es nicht nur verteufeln. Da Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen es trotzdem nutzen würden, können Bibliotheken für ihre eigenen Repositorien schauen, was ResearchGate für Forschende so attraktiv machen würde. Außerdem kam die Frage auf, was man tun solle, wenn eine Open-Access-Zeitschrift nicht im DOAJ verzeichnet sei. Eine Alternative zu DOAJ bilde Quality Open Access Market (QOAM) und könne ebenfalls zur Überprüfung von Open-Access-Zeitschriften genutzt werden, führt Schmitz an. Beall‘s List, eine weitere Liste zur Bewertung von Open-Access-Zeitschriften, sei allerdings keine Lösung: „Die Liste ist subjektiv und bereits abgeschaltet, also veraltet.“

Nach intensiver Diskussion stellte Schmitz noch einige Tools und Informationsseiten bezüglich Open Access wie SHERPA/JULIET vor. Hierbei handelt es sich um eine Datenbank, die die Open-Access-Policies von Forschungsförderern sammelt. Des Weiteren wurde der Creative-Commons-Generator, die Internetseite „open-access.net“ und noch weitere Tools gezeigt. Einen letzten Hinweis hatte Schmitz noch an das Plenum: Aufgabe der Biblliotheken für Open Access sei nicht die Rechtsberatung, sondern die Weitergabe von Tools an die Nutzerinnen und Nutzern.