Leseförderung und Medienvermittlung füreinander

Von Leselollis und Maker Kids – Eine Vortragsreihe auf dem Leipziger Bibliothekskongress befasst sich mit verschiedenen Angeboten der Leseförderung und Medienvermittlung in Öffentlichen Bibliotheken.

Von Anna Göthling

Am Dienstagnachmittag stellten Diana Kursawe und Helene Rungger, beide von der Stadtbibliothek München, Anja Krokowski und Beate Kerkströer der Stadtbibliothek Gütersloh, Kristen Schlebbe aus dem Institut für Bibliothek- und Informationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Hans-Bodo Pohla und Dr. Hannelore Vogt von der Stadtbibliothek Köln ihre Konzepte zur Leseförderung und Medienvermittlung für Kinder. Die Moderation übernahm Prof.  Susanne Krüger von der Hochschule für Medien in Stuttgart.

Diana Kursawe und Helene Rungger (von links nach rechts) beim Vortrag „Lesestart und was nun? – Frühkindliche Leseförderung bei der Münchner Stadtbibliothek“, Foto: bibliotheksnews/ag

Diana Kursawe und Helene Rungger (von links nach rechts) beim Vortrag „Lesestart und was nun? – Frühkindliche Leseförderung bei der Münchner Stadtbibliothek“, Foto: bibliotheksnews/ag

Die Stadtbibliothek München präsentierte in ihrem Vortrag einen Überblick über die Umsetzung einfacher Bilderbuchkonzepte. Diana Kursawe und Helene Rungger, Kinder- und Jugendbibliothekarinnen, nannten als Beispiel das 2013 erschienene Lesestart-Set II, für dreijährige Kinder, von der bundesweiten Aktion „Lesestart“.  Diese Ausgabe wird dieses Jahr auslaufen, doch die bestehenden Konzepte sollen trotzdem weitergeführt werden. Allerdings suchen sie für diese Weiterführung einen neuen Namen und müssen ihre Werbemittel anpassen.

Anja Krokowski und Beate Kerkströer (von links nach rechts) mit Leseratte Riko beim Vortrag „Schritt für Schritt – Buchstabenfit“ – Bibliotheksbenutzung für Grundschüler Foto: bibliotheksnews/ag

Anja Krokowski und Beate Kerkströer (von links nach rechts) mit Leseratte Riko beim Vortrag „Schritt für Schritt – Buchstabenfit“ – Bibliotheksbenutzung für Grundschüler Foto: bibliotheksnews/ag

Anja Krokowski, Leiterin des Teams Kinder- und Elternbibliothek der Bibliothek Gütersloh, und Beate Kerkströer traten mit ihrer Aktionsreihe „Schritt für Schritt – Buchstabenfit“ auf. Sie hatten die Leseratte Riko im Gepäck. Aber auch andere Veranstaltungen aus dem Programm „Schritt für Schritt – Buchstabenfit“ wurden vorgestellt. So zum Beispiel das „Verrückte Menü“, bei der Wortbausteine von Gerichten vertauscht wurden, oder die Leselollis, in der die Kleinen Lollis aus Pappe bastelten und auf ihnen Zungenbrecher notierten. „Daran haben die Kinder immer sehr viel Spaß“, meint Kerkströer. Trotz des Spaßes sollte aber nicht die Leseförderung vergessen werden, denn: „Mit der Leseförderung geht auch eine Schreibförderung einher.“

Kirsten Schlebbe beim Vortrag „Vorlesen mit dem Tablet: Auswahlkriterien für digitale Kinderbücher“ Foto: bibliotheksnews/ag

Kirsten Schlebbe beim Vortrag „Vorlesen mit dem Tablet: Auswahlkriterien für digitale Kinderbücher“ Foto: bibliotheksnews/ag

Anschließend war Kirsten Schlebbe, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, mit ihrem Masterthema „Vorlesen mit dem Tablet – Auswahlkriterien für digitale Kinderbücher“ zu Gast. Das Fazit ihrer Arbeit war ernüchternd: „Mehrere Faktoren lassen bei den Eltern (derzeit noch) Unsicherheit in Bezug auf die Anwendungen und ihren Erwerb vermuten“, berichtet Schlebbe. Darum müssen unterstützende Empfehlungsangebote ausgebaut werden, hier sind auch Öffentliche Bibliotheken gefragt.

Dr. Hannelore Vogt und Hans-Bodo Pohla (von links nach rechts) beim Vortrag „Makerspace und Maker Kids – Aktuelles aus Köln“ Foto: bibliotheksnews/ag

Dr. Hannelore Vogt und Hans-Bodo Pohla (von links nach rechts) beim Vortrag „Makerspace und Maker Kids – Aktuelles aus Köln“ Foto: bibliotheksnews/ag

Den letzten Vortrag hielten Hans-Bodo Pohla, im Bereich Musik, Medien und Makerspace sowie im Schulservice der Stadtbibliothek Köln tätig, und Dr. Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek Köln. Ihr Vortrag handelte von dem Makerspace und dem Maker Kids der Kölner Bibliothek. In dieser Kinderangebotsreihe können die Kinder verschiedene Experimente, wie T-Shirts bedrucken oder Technik auseinandernehmen, durchführen. Entgegen den Erwartungen seien „mindestens ein Drittel der Maker Kids Mädchen“ berichtet Paula. Das Programm ist sehr erfolgreich.