Bibliotheksangebote für die Schule im Wandel

Wie können Bibliotheken die Zusammenarbeit mit Schulen erweitern? Was sind zeitgemäße Angebote? Wie wandelt sich die Schule? In einer Podiumsdiskussion auf dem Bibliothekskongress in Leipzig diskutierten Experten, ob und wie Bibliotheken auf „Die Schule im Wandel“ reagieren sollten.

Von Carolin Burgschweiger

Als Diskutanten waren Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke von der Technischen Universität Dortmund, Eva von Jordan-Bonin aus der Stadtbücherei Frankfurt am Main, Leitung der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle, Kathrin Reckling-Freitag, freiberufliche Diplom-Bibliothekarin, Angelika Riedel, Leitung der Kinder- und Jugendbücherei der Stadtbibliothek Würzburg und Petra Seipel, die Schulleiterin der Anton-Philipp-Reclam-Schule eines Gymnasiums in Leipzig zu Gast. Die Diskussion und Publikumsfragen wurden moderiert von Tanja Erdmenger aus der Stadtbibliothek München.

Von links: Eva von Jordan-Bonin, Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke, Kathrin Reckling-Freitag, Angelika Riedel, Petra Seipel, Tanja Erdender. Foto: bibliotheksnews/cb

Von links: Eva von Jordan-Bonin, Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke, Kathrin Reckling-Freitag, Angelika Riedel, Petra Seipel, Tanja Erdender. Foto: bibliotheksnews/cb

Schulen befinden sich in einem rasanten Wandel. Die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft, die Zuwanderung und die Integration von jungen Menschen mit Handicap seien nur einige von vielen Herausforderungen. Die größte Herausforderung aber sei allem Wandel zum Trotz nach wie vor, jedem Schüler und jeder Schülerin gerecht zu werden, auch in Bezug auf den Umgang mit Medien, betonte Petra Seipel.

Angelika Riedel betonte, dass alle Angebote zeitgemäß seien, die von Schulen und Schülern gerne angenommen werden, auch wenn diese herkömmlich sind. Grundsätzlich sei wichtig, dass die Angebote hardwaretechnisch funktionsbereit und die Bibliotheksmitarbeiter im Umgang mit ihnen geschult sind. In Deutschland sei die Ausstattung der Bibliotheken noch sehr unterschiedlich, genau wie die in den Schulen. Eva von Jordan-Bonin stellte klar, dass die Bibliothek nicht nur durch neue Technik die Schüler zu einem Bibliotheksbesuch animieren könne, sondern auch durch weniger technisch versierte Angebote, wie zum Beispiel die Hilfe der Schüler beim Bestandsaufbau. Dies werde schon praktisch in der Stadtbücherei Frankfurt durchgeführt. Außerdem sei die Bibliothek nicht nur als Angebotslieferant für die Schüler, sondern auch die Lehrer gedacht. Den Lehrern Material anzubieten oder Fortbildungen von Bibliotheken in Schulen zu veranstalten, sei ebenso wichtig, findet Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke. Auch auf die Heterogenität der Lehrer in Bezug auf den Umgang mit digitalen Medien, müsse bei Fortbildungen eingegangen werden. Lehrer seien Jäger und Sammler und würden die Angebote von Arbeitsblättern annehmen, denn nach der Einschätzung von Petra Seipel werden Online-Angebote oft als Konkurrenz zur Bibliothek gesehen.

Die Veranstaltung zeigte, dass es keine Patentrezepte für die Herausforderung gibt, die bibliothekarischen Angebote an die Schulen zu bringen. Es wurde aber deutlich, dass die Kontaktsuche und -pflege zu Schulen von Seiten der Bibliothek ausgehen muss. Kathrin Reckling-Freitag empfahl daher abschließend die Verankerung der Zusammenarbeit mit Bibliotheken im Stundenplan der Schulen.