Bibliothekarisches Kulturgut organisieren und erhalten

Der Umgang mit schriftlichem Kulturgut ist für Bibliotheken, Archive und Museen ein Dauerthema. Briefe, Postkarten und handschriftliche Bücher sind anfällig für den Verfall.  Die Vortragsreihe „Bibliothekarisches Kulturgut organisieren und erhalten“ auf dem Leipziger Bibliothekskongress beschäftigte sich mit Herausforderungen und Lösungsansätzen für den nagenden Zahn der Zeit.  

Von Nicole Freitag

Die Vortragenden, v.l.n.r.: Dr. Ursula Hartwieg, Kathleen M. Smith, Mag. Dr. Günter Mühlberger, Welf Wustlich, Dr. Thomas Stäcker, Foto: bibliotheksnews/nf

Die Vortragenden, v.l.n.r.: Dr. Ursula Hartwieg, Kathleen M. Smith, Mag. Dr. Günter Mühlberger, Welf Wustlich, Dr. Thomas Stäcker, Foto: bibliotheksnews/nf

In vier Vorträgen, die von Dr. Thomas Stäcker von der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel moderiert wurden, setzten sich Experten mit den Herausforderungen, dem Umgang von Bund und Ländern und dem Lösungsansatz der Digitalisierung von schriftlichem Kulturgut auseinander.

Kathleen M. Smith, Bibliothekarin an den Stanford University Libraries hielt den ersten Vortrag. Sie beschäftigte sich mit einer Sammlung aus Briefen und Postkarten aus dem 1971-72 stattfindenden Angela Davies Prozess. Davis und anderen Verantwortlichen bekamen in einem staatlich organisierten Projekt der DDR von Schulklassen und Jugendlichen Briefe und Postkarten geschickt. Smith schätzt, dass in den 197 Archiv Boxen zwischen 800 und 1000 Briefe enthalten sind, von denen  viele noch nie geöffnet wurden. Wahrscheinlich wurden diese seit 1975 nicht mehr angefasst, obwohl viele interessante Forschungsmöglichkeiten aus ihnen entstehen könnten.  An diesem Punkt könnten computergestützte und digitale Mittel ansetzen.

Dr. Ursula Hartwieg, Leiterin der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) berichtete von ihrer Arbeit. In den Aufgabenbereich der KEK fällt die Erstellung von bundesweiten Handlungsempfehlungen zum Originalerhalt von schriftlichem Kulturgut. Ein Lösungsansatz für die digitale Handschriftenerkennung wurde in den beiden letzten Vorträgen vorgestellt. Dr. Günter Mühlberger, der an der Universität Innsbruck in Österreich tätig ist, stellte das READ Projekt vor,  bei dem es sich um eine Fortführung des EU Projektes tranScriptorium und der daraus entstandene Softwareplattform Transkribus handelt. Transkribus ist ein frei verfügbares Programm zur Handschriftenerkennung. Am Ende folgte eine Vorstellung der PLANET intelligent systems GmbH (Schwerin) von Welf Wustlich, die in einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem READ-Projekt steht.

Weitere Informationen: Bibliothekarisches Kulturgut organisieren und erhalten.