Innovative Beiträge zur digitalen Transformation

Prof. Frauke Schade, Vorsitzende der KIBA als Sektion 7 im dbv und Ausbildungssektion der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI), spricht im Vorfeld der Verleihung im Interview mit Sarah Martinek von bibliotheksnews über Team Award Information Professionals. Die KIBA verleiht in Kooperation mit b.i.t.online und Schweitzer Fachinformationen, ekz. bibliotheksservice gmbh erstmals den „Team Award Information Professionals“ (TIP-Award). Die Moderatorin der Veranstaltung ist Frauke Schade, Professorin für Informationsmarketing, PR und Bestandsmanagement an der HAW Hamburg.

Sitzungsleiterin Prof. Frauke Schade im Interview (Foto: Sarah Martinek)

Sitzungsleiterin Prof. Frauke Schade im Interview (Foto: Sarah Martinek)

bibliotheksnews: Der Team Award Information Professionals (TIP) wird dieses Jahr erstmals vergeben. Was ist das Besondere an diesem Preis und welche Leistungen werden damit ausgezeichnet?

Frauke Schade: Die digitale Transformation durchdringt heute alle Bereiche des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens. Sie ist Treiber der Wertschöpfung in Wirtschaft und Gesellschaft. Schnell ändern sich jedoch Methoden der Informationsgewinnung, -bereitstellung und -verarbeitung. So stellt sowohl die qualitativ gesicherte Informations- und Medienversorgung als auch die Vermittlung von Lese-, Informations- und Medienkompetenz eine immer drängendere gesellschaftliche und politische Aufgabe dar. Mit diesen Themen und Inhalten beschäftigt sich auch die bibliotheks- und informationswissenschaftliche Ausbildung.
B.i.t online, ekz.bibliotheksservice GmbH, Schweitzer Fachinformation und KIBA möchten dies durch den TIP-Award stärker in das Bewusstsein der Fachöffentlichkeit heben und studentisches Engagement anerkennen. Mit dem TIP-Award werden studentische Projekte ausgezeichnet, die einen innovativen Beitrag zur konkreten Lösung von Fragestellungen der digitalen Transformation und Gestaltung der digitalen Gesellschaft in der Berufspraxis liefern.

bibliotheksnews: Die Aufgabenstellung war relativ breit gefächert.  Was können Sie im Vorfeld über den Inhalt der eingereichten Projekte sagen? 

Frauke Schade: Es wird deutlich, dass die digitale Transformation nicht nur technologische, sondern auch ökonomische, soziale, kulturelle und rechtliche Fragen aufwirft. Dies spiegelt sich auch in der Breite der eingereichten und insbesondere in den ausgezeichneten Projekten wider. Ausgezeichnet wurden folgende drei Projekte:

„How To – Konzeption und prototypische Entwicklung einer Spezialsuchmaschine für Tutorials“ – Das Projektteam aus dem Department Information der HAW Hamburg entwickelte den Prototyp einer Spezialsuchmaschine, das die Suche nach Tutorials im Internet unterstützt und in der Lehre als Anwendungsrahmen für Seminare zur Suchmaschinentechnologie eingesetzt wird. Das Projekt ist relevant, weil die schiere und stetig wachsende Masse an Information im Internet von Suchmaschinen immer ausgefeiltere Techniken erfordert, damit Nutzer für sie relevante Suchergebnisse effizient erzielen. Das Projekt liefert dazu einen Beitrag.

„Makerspace in der Stadtbibliothek Göttingen“ – Das Projektteam der Hochschule Hannover entwickelte ein Makerspace-Konzept für die Stadtbibliothek Göttingen und darauf aufbauend ein modulares Konzept, das es öffentlichen Bibliotheken ermöglicht, das Makespace-Angebote, nach ihren Bedürfnissen auszurichten und vorhandene Medienbestände und Aktivitäten einzubinden. Das Projekt ist relevant, weil Makerspaces Bibliotheken die Möglichkeit einer Neuprofilierung bieten, die den physischen Ort an sich betonen. Dabei sind Makerspaces eine Art „Hobbykeller“ der digitalen Do-Your-Self-Gesellschaft und bieten einen offenen und niedrigschwelligen Ort, gemeinschaftlich und kreativ mit neuer Technik zu experimentieren.

„LeYo! Buch und App“ – Das interdisziplinäre Team aus Designern, Medientechnikern und Informationsspezialisten der HAW Hamburg entwickelte eine Bilderbuch-App für den Carlsen Verlag, mit der Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahre in interaktiven Geschichten spielerisch Wissen multimedial erschließen können. Informations- und Medienkompetenz gehört heute zu den Schlüsselqualifikationen moderner Gesellschaften, die nicht nur über den individuellen Erfolg des Einzelnen, sondern auch den wirtschaftlichen Erfolg einer Gesellschaft entscheiden. Informations- und Medienkompetenz muss jedoch zunächst vermittelt und auch erlernt werden. Dazu liefert dieses Projekt einen Beitrag.

bibliotheksnews: Wer hat die Einreichungen begutachtet?

Frauke Schade: Die Einreichungen bewertet hat die Jury mit Prof. Dr. Ursula Georgy von der TH Köln und Prof. Dr. Joachim Griesbaum von der Uni Hildesheim, Erwin König  von B.I.T online, Andreas Mittrowann vom ekz.bibliotheksservice, Marlies Ockenfeld von der DGI, Barbara Schleihagen vom dbv und Jörg Pieper von der Schweitzer Fachinformation.

bibliotheksnews: Vielen Dank für das Interview.