Was kommt nach b2i?

Dr. Thomas Stäcker stellt im Interview mit Nicole Gageur von bibliotheksnews mögliche Zukunftsperspektiven für eine b2i-Nachfolge vor. Er ist stellvertretender Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und Leiter der Abteilung Neuere Medien und Digitale Bibliothek. Wolfenbüttel hat in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Leipzig einen Antrag auf Förderung für das ehemalige Fachportal Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaften (b2i) als Fachinformationsdienst (FID) bei der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht.

Dr. Thomas Stäcker, Foto: bibliotheksnews / ng

Dr. Thomas Stäcker, Foto: bibliotheksnews / ng

bibliotheksnews: Falls Sie den Zuschlag von der DFG bekommen, was planen Sie als erste Schritte?

Dr. Thomas Stäcker: Zunächst haben wir uns bei der Antragstellung auf den Servicegedanken und die e-only Politik der DFG konzentriert. Wir haben in der Fachcommunity eine Umfrage gestartet, die mit 86 Prozent einen fantastischen Rücklauf hatte. Dort haben wir abgefragt, was der Bedarf ist, was wie oft genutzt wird. Daraus hat sich klar ergeben, dass elektronische Ressourcen mit direkten Zugriffsmöglichkeiten gewünscht werden. Entsprechend soll unser Angebot auf vier Blöcken aufbauen. Erstens wollen wir ein Recherchesystem mit vuFind anbieten, es soll als zentraler Index für den Nachweis der aktuellen Quellen dienen. Zweitens richtet sich unsere Erwerbungsstrategie am Bedarf der Spitzenforschung aus. Schwerpunkt wird die internationale Fachliteratur sein. Außerdem wollen wir Open Access Publikation sammeln und erschließen. Dabei konzentrieren wir uns, wie bereits gesagt, auf elektronische Quellen. Der dritte Block ist die Servicekomponente, die wir anbieten wollen. Dazu wollen wir eigene Texte digitalisieren und wenn möglich als Volltexte bereitstellen. Der vierte Block betrifft die allgemeinen Publikationen. Hier sind ein Repository und eine Kooperation mit ELIS angedacht. Wir wollen bestehende Strukturen ausbauen. Um einen ausgezeichneten Service für die Wissenschaft zu gewährleisten, soll die Nutzung natürlich evaluiert werden, ergänzt durch Fokusinterviews mit Spitzenforschern.

bibliotheksnews: Wie soll die Kooperation mit Leipzig aussehen? Wie ist die Aufgabenverteilung geplant?

Stäcker: Die Universitätsbibliothek Leipzig kümmert sich um den Index auf Basis von vuFind und die Technik. Durch das Know-How aus Leipzig ergeben sich tolle Synergien.

bibliotheksnews: Wie werden Sie unterstützt?

Stäcker: Allein der Rücklauf auf unsere Umfrage zeigt den Rückhalt, den wir in der Communitiy haben. Großartig unterstützt werden wir von Prof. Dr. Ursula Rautenberg von der Buchwissenschaft in Erlangen und ganz besonders von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm von den Informationswissenschaften in Potsdam.