Wissensvermittlung im Wandel

Neuen Medien bringen neue Möglichkeiten und Formen der Wissensvermittlung. Was muss die Bibliothek der Zukunft berücksichtigen, um weiterhin als moderne Informationseinrichtung präsent zu sein? Die Vortragsreihe „Neue Formen der Wissensaneignung II“ greift diese Frage auf. Jens Renner, Leiter der Hochschulbibliothek Ansbach, moderiert.

Von Juliane Felser­­

Neue Formen der Wissensaneignung II: (von links) Referenten: Christine Burblies, Linda Treude, Sabine Wolf, Antje Michel, Torsten Ostmann und Julia Thor, Foto: bibliotheksnews/jf

Neue Formen der Wissensaneignung II: (von links) Referenten: Christine Burblies, Linda Treude, Sabine Wolf, Antje Michel, Torsten Ostmann und Julia Thor, Foto: bibliotheksnews/jf

Die Bibliothekarin Julia Thor berichtete davon, wie die Ärztliche Zentralbibliothek (ÄZB) des Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) Video-Tutorials zur Vermittlung von Informationskompetenz nutzt. Diese stellen dabei eine zeit- und ortsunabhängige Ergänzung zum Standardangebot der ÄZB dar, bestehend aus Kursen, Workshops, Sprechstunden und Erklärungen auf der Website. Die Video-Tutorials werden vor allem dazu genutzt, Grundlagen einfach zu erklären oder aufzufrischen und Recherchemöglichkeiten in der Bibliothek aufzuzeigen. Julia Thor meint dazu: „Gerade für die FAQs ist das eine sehr, sehr gute Sache.“ Im Vortrag wurde die Entstehung der Videos von der Idee über das Script, die Aufnahmen und den Schnitt bis hin zu Verbesserungen anhand von Feedback vorgestellt. Über den Schwierigkeitsgrad sagt Thor: „Das ist keine Raketenwissenschaft.“

Christine Burblies von der TIB/UB Hannover stellte eine weitere Möglichkeit vor, Bibliotheksnutzer über das Web zu erreichen. Die TIB/UB Hannover nutzt dazu Webinare – interaktive Vorträge, denen man über das Web folgen kann. Burblies erklärte zu diesem Konzept: „Webinare sind gar nicht so weit entfernt von Online-Videos.“ Sie ging besonders auf die Vorteile der Webinare, wie Unabhängigkeit von Zeit und Ort und Interaktivität, ein. Hervorgehoben wurde vor allem die Interaktivität, zum Beispiel in Form von Chats und interaktiven Karten. Ein paar Tücken und Überraschungen gebe es bei der Organisation allerdings auch. Das Webinar sei ein Tool, um das strategische Ziel „Verbesserung der Informations- und Medienkompetenz“ zu erreichen, und ist damit in den Zukunftsplänen der TIB/UB Hannover verankert.

„Mit Augmented Reality in die Bibliothek der Zukunft“ – das war das Thema von Sabine Wolf und Linda Treude von der Fachhochschule Potsdam. Augmented Reality bedeutet erweiterte Realität. Mit ihrer Hilfe kann die Realität mit virtuellen Daten angereichert werden, indem man verschiedene Medienformen miteinander verbindet. Die zentrale Frage des Vortrages war: Brauchen Bibliotheken Augmented Reality? Als Antwort darauf wurde, neben anderen bibliothekarischen Beispielen, das Potsdamer Projekt „mylibrARy“ vorgestellt, bei dem eine kundenorientierte Augmented-Reality-App als Ziel umgesetzt wird.

Der abschließende Vortrag von Dr. Antje Michel und Torsten Ostmann, Fachbereichsleiter der Bibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München, stellte den neuen Workflow für die Betreuung der Website-Inhalte, der Social-Media-Kanäle sowie der Infoscreens der Universitätsbibliothek vor. Es ging dabei vor allem um die Arbeit und Bilanz des neu konzipierten Redaktionsteams der Universität, bei der vor allem Informationsaustausch und Vermittlung von Inhalten aus den UB-Teams an die Nutzer wichtig sind.