„Leser kann nur werden, wer lesen lernt.“

Was wird im Bereich der Leseförderung bereits gemacht und welche Projekte gibt es zurzeit? Mit dieser Frage beschäftigten sich die zwei Projekte, die in der Veranstaltung „Kinderbibliotheken: Leseförderung“ vorgestellt wurden.

Von Alena Behrens

Kinderbibliotheken: Leseförderung: (von links) Moderatorin Petra Bamberger und die Referentinnen Sabine Bonewitz, Prof. Dr. Ute Krauss-Leichert, Antonia Luisa Dingeldein und Christina Campione (Foto: bibliotheksnews/ab)

Kinderbibliotheken: Leseförderung: (von links) Moderatorin Petra Bamberger und die Referentinnen Sabine Bonewitz, Prof. Dr. Ute Krauss-Leichert, Antonia Luisa Dingeldein und Christina Campione (Foto: bibliotheksnews/ab)

Sabine Bonewitz, Leiterin des Programmbereichs Familie der Stiftung Lesen, präsentierte am Anfang die aktuelle Vorlesestudie. Aus der geht hervor, dass die Wichtigkeit des Vorlesens zunehmend in das Blickfeld der Eltern rückt. So lesen 69 Prozent der Eltern mindestens mehrmals die Woche vor, vor wenigen Jahren waren es noch viel weniger. „Vorlesen macht Familien stark. Beim Vorlesen wird bewusst, wie wichtig Familie ist“, sagte Bonewitz. Dann stellte sie den aktuellen Stand des Projekts Lesestart vor. Die Evaluationen zeigen ein sehr erfreuliches Ergebnis. Viele Bibliotheken haben ihr Veranstaltungsangebot gesteigert und führen mehr Vorleseveranstaltungen und Bilderbuchkinos durch. Zudem haben 77 Prozent der Bibliotheken in Neuanschaffungen investiert. In dem anschließenden Dialog nahm Sabine Bonewitz Anregungen und Wünsche der Teilnehmer entgegen. „Leser kann nur werden, wer lesen lernt.“ Mit diesem Zitat von Kirsten Boie leitete Prof. Dr. Ute Krauss-Leichert von der HAW Hamburg ihre Präsentation ein. Sie erstellte zusammen mit 19 Studenten und in Kooperation mit dem Oetinger Verlag eine Buchrallye durch Deutschland. Unter dem Titel „Ferkelchens Abenteuer“ können Kinder mit verschiedenen Aufgaben die Welt von Kirsten Boies Kinderbüchern entdecken. Zudem soll das Projekt die Leselust der Acht- bis Zehnjährigen wecken. Entstanden ist dieses Projekt anlässlich Boies 30-jährigem Jubiläum als Autorin im Oetinger Verlag. Zusammen mit zwei der mitwirkenden Studentinnen (Christina Campione und Antonia Luisa Dingeldein) präsentierte sie die Entwicklung des Projekts. Sie stellten vor, wie sie die Aufgaben erstellten, Probedurchläufe starteten, evaluierten und wie letztendlich die Buchrallye im März auf der Leipziger Buchmesse eröffnet wurde. Der Ablauf sieht so aus, dass es zuerst einen Begrüßungskreis gibt, bei dem das Konzept der Veranstaltung erklärt wird. Anschließend teilen sich die Kinder in vier Gruppen und bearbeiten die voneinander unabhängigen Aufgaben, für die sie nicht unbedingt den Inhalt der Bücher kennen müssen. Am Ende gibt es einen Abschlusskreis, bei dem die Lösungen präsentiert werden und die Kinder als Dankeschön für das Mitmachen ein Freundschaftsbuch bekommen. Um die Durchführung für die Bibliotheken möglichst problemlos zu gestalten, können alle Aufgaben kostenlos runtergeladen werden.

Petra Bamberger und Sabine Bonewitz lauschen gespannt der Präsentation von Prof. Dr. Ute Krauss-Leichert, Antonia Luisa Dingeldein und Christina Campione (von links) (Foto: bibliotheksnews/ab)

Petra Bamberger und Sabine Bonewitz lauschen gespannt der Präsentation von Prof. Dr. Ute Krauss-Leichert, Antonia Luisa Dingeldein und Christina Campione (von links) (Foto: bibliotheksnews/ab)

Weitere Informationen: Wir berichteten bereits vom Bibliothekartag 2015 über Leseförderung und digitale Medien, sowie Bilderbücher und Visual Literacy in Bibliotheken