Freier Zugang zu Informationen in Bibliotheken

Ist Gebührenfreiheit eine Option? Was bedeutet die UN-Behindertenrechtskonvention für Bibliotheken? Sind Kinderbibliotheken Kinderrecht? Dazu kommen neue ungewöhnliche Vermittlungsangebote aus der Stadtbibliothek München.

Von Marike Rolfes

Die Referenten (von links): Susanne Brandt, Judith Klee, Anke Wagner, Miriam Sammet, Anne Sieberns mit dem Moderator der Session Gerald Schleiwies,  Foto: bibliotheksnews/mr

Die Referenten (von links): Susanne Brandt, Judith Klee, Anke Wagner, Miriam Sammet, Anne Sieberns mit dem Moderator der Session Gerald Schleiwies, Foto: bibliotheksnews/mr

Der Zeitgeist spricht gegen Gebühren in Öffentlichen Bibliotheken. Doch eine schlechte Finanz- und Haushaltslage sprechen für die Notwendigkeit. Was wären die Alternativen? Gebührenfreiheit für bestimmte Nutzergruppen wie zum Beispiel Lernende und Senioren? Oder wird dadurch alles zu kompliziert und intransparent? Eins ist klar: Einzelgebühren wie für Bestseller sind nicht mehr zeitgemäß. Der Vortrag von Miriam Sammet aus der Stadtbibliothek Hagen gab dazu einen Überblick.

Weiter ging es mit Anne Sieberns vom Deutschen Institut für Menschenrechte: „Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in öffentlichen Einrichtungen ist nicht nur eine Verpflichtung, sie sind auch ideale Orte und ideale Bündnispartner.“ Inklusion sollte bis 2025 gelebt und umgesetzt werden, besonders wichtig ist die Barrierefreiheit. Bibliotheken müssen für die Umsetzung der Konvention, d.h. für die Rechte von Menschen mit Behinderung,  jetzt selbst aktiver werden. Sie sollten immer gemeinsam mit behinderten Menschen oder deren politischen Verbänden vor Ort kooperieren.

Susanne Brandt von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein referiert gemeinsam mit Daniela Skokovic, Bibliothekarin aus Serbien. Beide sprechen sich für das Kinderrecht in Bibliotheken aus, für Teilhabe, Schutz, Respekt und Mitbestimmung der Kinder. Skokovic zeigt dazu eine Umsetzung aus Serbien, das IBBY Collaborative Summer Reading Program in Serbia. Besonders interessant sind die sogenannten „Silent books“, wie zum Beispiel „Mirrow“ für die Zusammenarbeit mit Flüchtlingen.

Anke Wagner und Judith Klee von der Münchener Stadtbibliothek Am Gasteig haben neue, zeitgemäße Veranstaltungen, die ungewöhnliche Wege gehen und mal nicht vom Bibliotheksbestand erzählen, konzipiert. Eine Veranstaltung nennt sich „verborgene Orte“ und bietet den Nutzern einen Blick hinter die Kulissen: dazu gehören eine Führung durch die Tiefgarage der Bücherbusse oder über die Dachterrasse der Bibliothek. Die Veranstaltungsreihe dazu nennt sich „Bibliothek offen – innovativ – vielfältig“.