Elektronische Ressourcen professionell managen

In den Bibliotheken ist das Thema „Elektronische Ressourcen“ mittlerweile Alltag. Das Niveau der Professionalität in Bezug auf das Management der elektronischen Ressourcen ist vielerorts noch nicht erreicht. Es stehen viele Electronic Resource Management Systems (ERMS) zur Verfügung und erste Bibliotheken haben sich an die Implementierung gewagt. Dabei steht ihnen jedoch der Lizenz-Dschungel im Weg.

Von Elena Rückfort

Die Referenten (von links): Daniel Rupp, Dr. Tobias Pohlmann, Evelyn Weiser, Mareike Grisse, Dr. Dana Vosberg. Moderiert wurde die Session von Dr. Jarmo Schrader (nicht auf dem Bild), Foto: bibliotheksnews/er

Die Referenten (von links): Daniel Rupp, Dr. Tobias Pohlmann, Evelyn Weiser, Mareike Grisse, Dr. Dana Vosberg. Moderiert wurde die Session von Dr. Jarmo Schrader (nicht auf dem Bild), Foto: bibliotheksnews/er

St. Petersburg war bis auf ein paar Plätze in der ersten Reihe voll besetzt. Anhand von Praxisbeispielen erläuterten fünf Referenten ihre Erfahrungen bei der Einführung der ERMS in den verschiedenen Bibliotheken.

Einleitend stellte Dr. Tobias Pohlmann der UB Kassel das ERMS von der Firma Semper Tool vor und machte eine kurze Aufstellung des Gesamtaufwandes für die Erfassung. Tobias Pohlmann betonte besonders die Reports und im speziellen die Nutzungsstatistiken, die sehr nützlich für das Berichtswesen sind.

Von Evelyn Weise UB Leipzig wurde das eigens entwickelte ERMS amsl vorgestellt. Dies ist ein Open-Source System und basiert auf einer Linked-Data-Technologie. Es wurde von 2013 bis 2014 entwickelt und wird noch bis 2016 verfeinert. Bei der Entwicklung verfolgte das Team der UB Leipzig einen Konsozialen Ansatz.

Ziel des Systems ist es, die zahlreichen und verschiedenen Informationen wie zum Beispiel Anwendungsfälle und Lizenzmodelle zu bündeln, um eine bessere Übersicht zu verschaffen. Die Erfahrungen beim Einspeisen der Daten zeigen, dass es „eine gewisse Einarbeitung braucht, aber von erfahrenen System-Bibliothekaren zu bewältigen ist“, so Evelyn Weiser. Das System ist sehr flexibel und lässt Raum für Änderungen und Erweiterungen. Es setzt jedoch voraus, hausinterne Regeln festzulegen, um eine konsistente Anwendung zu gewährleisten. Darüber hinaus ist es offen für Knowledge Bases wie zum Beispiel Ulrichs.

Das spätestens 2018 verfügbare ERMS LASeR der Firma hbz wurde von Daniel A. Rupp vorgestellt. Eine mögliche Light-Version soll früher verfügbar sein. Abschließend referierte Mareike Grisse vom Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften (ZB MED), wie Lizenzangebote richtig bewertet und wie Bibliotheken einen Überblick behalten können. Dr. Dana Vosberg von der Technischen Informationsbibliothek Hannover, stellte in aller Kürze ihre Masterarbeit vor. Diese beschäftigt sich mit den Themen wie der Evaluierung der bestehenden Lizenzverträge und der dazugehörigen Kosten-Nutzen-Analyse.

Weitere Informationen: Workshop zul „amsl – ein Elecronic Ressource Manangement System auf dem Prüfstand“ Annika Domin am 28.05.15 9-11Uhr, Riga