Posterpräsentationen – eine Ausstellung der ganz anderen Art

Die Posterausstellung: Ob RDA oder Open Access, ob  Benchlearning in Bibliotheken oder neue Discoverysysteme –  alles, was die Bibliothekswelt von heute bewegt, wird hier verbildlicht. Das Team von bibliotheksnews war vor Ort.

Von Juliane Felser­­

Die insgesamt 29 ausgestellten Poster sollen Referenten und Interessenten zu Diskussionen und individuellem Austausch anregen. Raum dazu bot die Posterpräsentation, bei der die Autoren ihre Thesen vorgestellt haben und für Nachfragen zur Verfügung standen. Ein zweiter Präsentationstermin ist für Donnerstag, den  28. Mai 2015, zwischen 12:15 und 13:15 Uhr vorgesehen. Die besten Poster werden schließlich durch eine Jury der Veranstalter ausgewählt und auf der Abschlussveranstaltung am Ende des Kongresses prämiert. Die Kriterien sind: die Aussagekraft und die formale Gestaltung der Poster.  Wir vom Team bibliotheksnews stellen hier 5 Poster vor, die uns besonders begeistert haben.

Posterpräsentation, Foto: bibliotheksnews/jf

Die Eröffnung Posterpräsentation, Foto: bibliotheksnews/jf

 

Eine Masterarbeit aus der Türkei

Gülcan Palo studiert Bibliothekswesen an der Atatürk-Universität in der Türkei. Sie erforscht für ihre Masterarbeit die Bibliotheksnutzung türkischstämmiger Migrantinnen in Deutschland. Dafür hat sie mehrere Umfragen an deutschen Öffentlichen Bibliotheken durchgeführt. Ihr Poster zeigt die andere Seite ihrer Forschung – die Nichtnutzer, die sie in Moscheen und auf türkischen Veranstaltungen befragt hat.

Foto/jf07 oder jf08: Leseverhalten und Bibliotheksnutzung von Türkeistämmigen Migrantinnen zweiter Generation Foto: bibliotheksnews/jf

Leseverhalten und Bibliotheksnutzung von Türkeistämmigen Migrantinnen zweiter Generation Foto: bibliotheksnews/jf

 

Der Kampf für mehr Informationsfreiheit

Für die International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) hat Guido Jansen die Lyoner Erklärung auf einem Poster verewigt. Das Poster fordert die Vereinten Nationen auf, Informationsfreiheit als verbindliches Ziel in ihre Post-2015-Agenda aufzunehmen. „Der freie Zugang zu Information ist Grundvoraussetzung für nachhaltige Entwicklung und Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen weltweit“, erklärte Guido Jansen in einem kurzen Gespräch mit bibliotheksnews und verdeutlichte damit die Brisanz dieses Themas.

Lyoner Erklärung, Foto: bibliotheksnews/jf

Lyoner Erklärung, Foto: bibliotheksnews/jf

 

 „Eine Option für Open Access, die man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte.“

Das Plakat von Jens Schwidder stellt die Open-Source-Software OPUS vor. Die Idee hinter dem Plakat ist es, die Vielzahl der verschiedenen Open-Access-Strategien aufzuzeigen, die mit OPUS unterstützt werden können. Einer der technischen Aspekten dabei ist zum Beispiel die Unterstützung von OpenAire, das insbesondere für Projekte wichtig ist, die von der EU unsterstützt werden. In diesem Poster soll besonders die Flexibilität von OPUS hervorgehoben werden. Jens Schwidder gab bibliotheksnews dazu ein kurzes Statement: „OPUS ist eine Option für Open Access, die man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte.“

OPUS, Foto: bibliotheksnews/jf

OPUS, Foto: bibliotheksnews/jf

 

 „Don´t like!“

Auch die Ärztliche Zentralbibliothek Hamburg (ÄZB) hat ein Poster zur Ausstellung beigetragen. Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Facebook-Auftritt von Bibliotheken und begründet die Entscheidung der ÄZB dagegen. Patricia Fasheh meinte dazu im Gespräch mit bibliotheksnews: „Ursprünglich wollten wir ein Profil. Wir wollten ein Facebook-Profil, weil das alle machen. Die Absage des UKE (Universitätsklinikums Eppendorf) brachte uns dazu, über Gründe dagegen nachzudenken.“ Die Ablehnung der Anfrage auf ein Facebook-Profil war Anlass für dieses Poster.

Don´t like! Foto: bibliotheksnews/jf

Don´t like! Foto: bibliotheksnews/jf

 

Ein Wal auf dem Bibliothekartag

Jan Frederick Maas stellt mit seinem Poster „beluga“ – das neue Discoverysystem für Hamburg – vor. Nutzerfreundlichkeit steht dabei im Mittelpunkt. Derzeit ist „beluga“ Hauptkatalog der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (Stabi) und viele Hamburger Bibliotheken ziehen bereits nach. Ziel ist es, das alle Hamburger Bibliotheken „beluga“ als Hauptkatalog übernehmen. Damit soll Einheitlichkeit und Nutzerfreundlichkeit gewährleistet werden.

beluga -  Katalog der Hamburger Bibliotheken Foto: bibliotheksnews/jf

beluga –  Katalog der Hamburger Bibliotheken Foto: bibliotheksnews/jf