Informationskompetenz – Vom Referenzrahmen zum Assessment

Was ist Informationskompetenz? Wie kann sie vermittelt werden? Und wie kann geprüft werden, ob sie gut vermittelt wurde? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer der Invited Session des Vereins Deutscher Bibliothekare (VDB) zum Thema „Informationskompetenz national und international: vom Referenzrahmen zum Assessment“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Fabian Franke, dem Vorsitzenden der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv.

Von Alena Behrens

Die Referenten (von links): Benno Homann, Dr. Anne-Kathrin Mayer, Andreas Klingenberg, Cécile Bernasconi und Moderator Dr. Fabian Franke (Foto: bibliotheksnews/jf)

Andreas Klingenberg, Leiter der Bibliothek der Hochschule für Musik in Detmold und Mitglied der Kommission, rief den Teilnehmern am Anfang der Veranstaltung den Referenzrahmen zur Vermittlung von Informationskompetenz in Erinnerung und stellte dessen geplante Weiterentwicklung vor. Den Teilaspekten „Suchen“, „Prüfen“, „Wissen“, Darstellen soll nun der Punkt „Weitergeben“ zugefügt werden. So soll die Vermittlung der Informationskompetenz verbessert werden.

Anschließend präsentierte Cécile Bernasconi, Leiterin der Mediothek an der Kantonschule Büelrain, wie die Informationskompetenzvermittlung in der Schweiz abläuft. Dort wurde ein Raster entwickelt, mit dem verschiedene Schulungen für die verschiedenen Klassen geplant werden können. So gäbe es weniger Stress und mehr Sicherheit bei der Durchführung der Schulungen und Veranstaltungen. Mit den Worten „Ja, ich glaube, die Informationskompetenz nähert sich den Schweizer Gymnasien“, schließt sie ihren Vortrag.

Die besten Informationsvermittlungsangebote bringen nichts, wenn die Lernenden nichts von den Veranstaltungen mitnehmen. Um dies zu überprüfen, gibt es verschiedene Evaluationsmöglichkeiten, die Dr. Anne-Kathrin Mayer vom Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) in Trier vorstellte. Insgesamt sei die Informationskompetenz schwierig zu evaluieren, da es sich um einen komplexen Messgegenstand handele, der von sehr vielen Faktoren wie unter anderem den allgemeinen kognitiven Fähigkeiten und der persönlichen Einstellung abhängt. Trotzdem gelang es ihr, mehrere Studien durchzuführen, bei denen durch Wissenstests und Befragungen die neu gewonnenen Informationskompetenzen der Teilnehmer nachgewiesen werden konnten.

Ein weiteres praktisches Beispiel für die Evaluation kompetenzvermittelnder Veranstaltungen gab Benno Homann, ebenfalls Mitglied der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz und Leiter des Referats für Schulungen, Fortbildungen und Informationskompetenz an der Universitätsbibliothek Heidelberg. Dort führte er das Projekt TUBLIK (Tutoren und Blended Learning basierte Vermittlung von Informationskompetenz) durch. Dabei sollte den Studierenden durch einen E-Learning-Raum und Tutoren Informationskompetenz vermittelt werden. Anschließend wurde die Veranstaltung evaluiert. „TUBLIK steigert signifikant die Informationskompetenz“, stellte Homann fest. Hatten die Teilnehmer vorher einen Kompetenzmittelwert von 1,65, lag er nach der Veranstaltung bei 1,88. „Evaluation ist wichtig zum Nachweis der Wirkung von Vermittlungskonzepten und eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung dieser“, schließt Homann seinen Vortrag. Es ist also nicht nur wichtig, dass Veranstaltungen zur Informationskompetenz durchgeführt werden, sondern auch, dass ihr Erfolg kontrolliert wird. Dafür sind zum Teil auch noch Schulungen des Bibliothekspersonal notwendig, über deren Durchführungsmöglichkeiten noch nachgedacht wird.