Innovative Vernetzung von Bibliotheken

Durch die zunehmende elektronische Publizierung ist die Vernetzung von Daten ein Dauerthema in Bibliotheken. Der Bedarf an Überführung von Linked Open Data in die Prozesse wächst. Der Bibliothekartag informiert daher Fachbesucher und Interessierte mit einer Vortragsreihe zum Thema „Daten vernetzen und archivieren“.

Von Jenny Krieger

In den insgesamt vier Vorträgen setzten sich führende Experten mit den zu bewältigenden Herausforderungen, aktuellen Forschungsdaten, Lizenzmodellen aber auch mit Potentialen von Open Data auseinander.

Prof. Dr. Ansgar Scherp, Leiter Knowledge Discovery der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, beleuchtete in seinem Vortrag die umfassenden Herausforderungen beim Umgang mit Linked Open Data (LOD) in Bibliotheken. Mit der Technologie der LOD wird die lang erwartete Veröffentlichung und Verknüpfung von Metadaten mit den Webstandards URI und HTTP vorangetrieben, um die Datenbestände im World Wide Web frei nutzbar machen zu können. Neben global vernetzten Unternehmen wie der BBC oder der New York Times gelten Bibliotheken längst als Innovationsmotoren für die Anwendung und Nutzung der LOD. Dies ist vor allem der seit 2009 jährlich stattfindenden internationalen Konferenz SWIB (Semantic Web in Bibliotheken) zu verdanken. Sie wurde von der ZBW zusammen  mit  dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) ins Leben gerufen, um eine effektive fachspezifische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie Linked Open Data voranzutreiben.

Scherp betonte sechs Herausforderungen für Bibliotheken: Die noch nicht ausreichende Auflösung von Entitäten wie Name, Co-Autor und Titel, die Schemaintegration, das verteilte Datenmanagement sowie das (semi-)automatische Indexieren stellen dabei ebenso große Schwierigkeiten wie der richtige Umgang mit der Herkunft von Metadaten dar.

Eine Lösung zur Verknüpfung von Datenquellen bietet das Virtual International Authority File (VIAF), mit dessen Hilfe ein großer Bestand an Personendaten von unterschiedlichen Bibliotheken miteinander verbunden werden kann. Bei der Indexierung wiederum wurden nach Scherp bereits die „Zöpfe abgeschnitten“, womit er auf den Leitartikel der Kongress-News von Vera Münch verweist. Dabei steht es auch Autoren selbst frei, Metadaten nachträglich hinzufügen.

Mit Hilfe von LOD lassen sich also sowohl Bibliotheksinhalte anreichern als auch der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Der tatsächliche Einsatz von gemeinschaftlichen Projekten wie dem VIAF in der Praxis von Bibliotheken wird sich aber erst in der Zukunft zeigen. Die Vernetzung von Daten bleibt dabei vor allem für Informatiker ein spannendes Forschungsfeld.

Weitere Informationen zur Knowledge Discovery an der ZBW finden Sie hier.