Digital ist besser? Möglichkeiten der digitalen Leseförderung

Auf dem vom Berufsverband Information und Bibliothek (BIB) auf der Frankfurter Buchmesse organisierten Symposium, geht es um die Chancen und Risiken der digitalen Leseförderung. Nicole Gageur hat es für bibliotheksnews besucht und schildert ihre Eindrücke.

Ulrike Weber von der Stiftung Lesen präsentiert empfehlenswerte Bilderbuch-Apps, Foto: bibliotheksnews/ng

Ulrike Weber von der Stiftung Lesen präsentiert empfehlenswerte Bilderbuch-Apps, Foto: bibliotheksnews/ng

Ulrike Weber von der Stiftung Lesen hielt einen Vortrag über die digitale Leseförderung. Sie argumentiert, dass die von den Jugendlichen im Internet präferierte Social-Media-Nutzung zwingend Lesekompetenz erfordere . Dies ist allerdings längst nicht mehr so, denn die Jugendlichen nutzen die Spracheingabe- und Vorlese-Funktion ihrer Endgeräte nutzen oder sich auf YouTube ansehen können. Weber stellt fest, dass Jugendliche mit niedrigem Bildungsgrad sich eher „berieseln“ lassen und nur Jugendliche mit hohem Bildungsgrad das Internet aktiv nutzen.

Laut Weber ergibt sich eine weitere Chance für die Leseförderung dadurch, dass Väter mehr aus digitalen Medien vorlesen wollen. Generell empfiehlt sie digitales Vorlesen ab drei Jahren, aber nur in Begleitung Erwachsener. Für Jugendliche seien Zeitvorgaben für die Mediennutzung sinnvoll. Bei der Lese-App Auswahl sollte man darauf achten, dass erst gelesen und dann gespielt wird. Ein wichtiges Kriterium sei auch die Zielgruppeneignung.

Kathrin Hartmann, Leiterin Projekte und Programme des dbv, stellt das Projekt „Lesen macht stark: lesen und digitale Medien“ vor, dass vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ziel sei es, Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Familien die Freude am Lesen und Medienkompetenz zu vermitteln. Geplant sind sechs Maßnahmen, die für unterschiedliche Altersgruppen zugeschnitten sind. Dabei sollen die ersten beiden Maßnahmen für die Drei- bis Achtjährigen von Ehrenamtlichen begleitet werden. Dieser Forderung begegnen die Fachangestellten für Medien und Information und die Bibliothekare sicherlich mit gemischten Gefühlen – übernähmen doch die Ehrenamtlichen ihre Tätigkeit. Eine weitere Bedingung des Ministeriums ist, dass die Bibliotheken Kooperationen mit Kitas, Schulen oder Jugendeinrichtungen bilden. Interessierte Bibliotheken, die eine der sechs Maßnahmen umsetzen wollen und die Bedingungen des bmbf erfüllen, können einen Förderantrag stellen. Der dbv helfe auch beim Ausfüllen.

Die Veranstaltungen zur Medienkompetenzförderung klingen spannend: Digitales Bilderbuchkino „Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder“, Klick it! Vom Buch zum Netz, Fotostory 2.0, Read Social: Offline lesen, online erzählen, Go life! Was will ich werden. Im Anschluss an die Vorträge bestand die Möglichkeit zum Austausch mit den Referentinnen und Bibliothekarinnen, die die Maßnahmen in ihrer Bibliothek umgesetzt haben.

Susanne Funk, Leiterin Information, Wissen, Bildung, Technologie und Englischsprachige Märkte Frankfurter Buchmesse, und Prof. Tom Becker,  Bundesvorstand des BIB, begrüßen die Gäste des Symposiums, Foto: bibliotheksnews/ng

Susanne Funk, Leiterin Information, Wissen, Bildung, Technologie und Englischsprachige Märkte Frankfurter Buchmesse, und Prof. Tom Becker, Bundesvorstand des BIB, begrüßen die Gäste des Symposiums, Foto: bibliotheksnews/ng

 

Kathrin Hartmann stellt das Projekt „Lesen macht stark: lesen und digitale Medien“ vor, Foto: bibliotheksnews/ng

Kathrin Hartmann stellt das Projekt „Lesen macht stark: lesen und digitale Medien“ vor, Foto: bibliotheksnews/ng