Right to E-Read – Gemeinsame Podiumsdiskussion von dbv und b.i.t.online

Die europäische Kampagne The Right to E-Read hat in Deutschland viel Aufsehen erregt. Bei der gemeinsamen Veranstaltung von b.i.t.online und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) wurde das Recht auf die E-Medien-Ausleihe in Öffentlichen Bibliotheken ebenfalls kontrovers diskutiert. Nicole Gageur war für bibliotheksnews vor Ort.

Mit Dr. Rafael Ball (2. von links) von b.i.t.online diskutieren Matthias Ulmer, Gerlinde Schermer-Rauwolf und Dr. Frank Simon-Ritz (von links nach rechts), Foto: bibliotheksnews/ng

Mit Dr. Rafael Ball (2. von links) von b.i.t.online diskutieren Matthias Ulmer, Gerlinde Schermer-Rauwolf und Dr. Frank Simon-Ritz (von links nach rechts), Foto: bibliotheksnews/ng

Dr. Rafael Ball, Chefredakteur b.i.t.online und Direktor der Universitätsbibliothek Regensburg, führte durch die pointiert geführte und gut besetzte Diskussion rund um Grundsatzfragen zur digitalen Zukunft der Bibliotheken in Europa. Hintergrund ist die vom European Bureau of Library, Information and Documentation Associations (EBLIDA) initierte Kampagne zur Stärkung des Zugangs zu digitalen Medien in europäischen Bibliotheken.

Gerlinde Schermer-Rauwolf, Mitglied im Bundesvorstand des Verbands deutscher Schriftsteller, Dr. Frank Simon-Ritz, Vorsitzender des dbv, und Matthias Ulmer, Geschäftsführer des Verlags Eugen Ulmer, lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch – schwankend zwischen erbittertem Widerstand und Schmusekurs.

Ulmer warf den Bibliotheken vor, E-Books kostenlos ausleihen zu wollen. Diesen Vorwurf wies Simon-Ritz vehement zurück. Die Bibliotheken würden gerne Lizenzen erwerben, aber die Verlage weigerten sich.

Das Dilemma der Bibliotheken, so Ulmer, sei ihr Ethos: „Sie wollen alle mit Literatur versorgen.“ Das Problem dabei sei, dass sie nicht genug Geld haben.

Schwemer-Rauwolf forderte, dass die Bibliotheken ihren Kulturauftrag erfüllen sollen. Die Verlage müssten zu vernünftigen Tarifen Lizenzen verkaufen, von denen dann auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller profitieren könnten.

Simon-Ritz argumentierte, dass eine politische Lösung gefunden werden müsse, wenn sich die Verlage nicht bewegten.