Bericht zur Lage der Bibliotheken 2014

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) präsentiert seinen Jahresbericht in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse. Der Bericht ist ein wichtiges politisches Instrument, mit dem der dbv die Situation der Bibliotheken beschreibt und Forderungen für eine zukunftsorientierte Bibliotheksentwicklung stellt. Nicole Gageur hat die zentralen Positionen für bibliotheksnews zusammengefasst.

Zur Situation der Bibliotheken berichten Maiken Hagemeister, Dr. Frank Simon-Ritz, Andrea Krieg (von links nach rechts), Foto: bibliotheksnews/ng
Zur Situation der Bibliotheken berichten Maiken Hagemeister, Dr. Frank Simon-Ritz und Andrea Krieg vom dbv (von links nach rechts), Foto: bibliotheksnews/ng

 

Die deutschen Bibliotheken wurden 2013 von über 10,5 Millionen Menschen genutzt. Diese Nutzer haben fast 500 Millionen Medien entliehen. Bei E-Books werden die Bibliothekskunden allerdings enttäuscht. 50 Prozent der Bücher, die auf der Spiegel-Bestsellerliste sind, können die Bibliotheken nicht anbieten, da die Verlage die E-Book-Lizenzen verweigern. Die Hauptforderung des dbv ist daher das Recht auf E-Book-Lizenzen für Öffentliche Bibliotheken.

Eine weitere wichtige Forderung des dbv zielt auf die Sonntagsöffnung von Öffentlichen Bibliotheken. Gerade sonntags haben viele Menschen die Zeit das Bibliotheksangebot intensiv zu nutzen. Eine Erweiterung der Ausnahmeregelung des Arbeitszeitgesetzes ist dazu notwendig. Die Antworten von CDU/CSU und SPD hierzu lassen laut dbv eine Änderung noch in dieser Legislaturperiode möglich erscheinen.

Jede vierte Öffentliche Bibliothek ist von Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen betroffen. Diese führen zu sinkenden Medienangeboten und Stellenstreichungen. Der dbv fordert daher Schluss mit den Sparmaßnahmen in Zeiten steigender Steuereinnahmen.

Der dbv hat die neue Imagekampagne „Netzwerk Bibliothek“ vorgestellt. Sie löst die alte Kampagne „Treffpunkt Bibliothek“ ab. Vom 24. Oktober 2014 an präsentieren die Bibliotheken ihre digitalen Angebote und Trends.