Wo liegt die Zukunft der Bibliothekssysteme?

Die  Bibliothekartag-Vortragsreihe „Bibliothekssysteme in der Cloud: Perspektiven zukünftiger Lokalsysteme“ zeigte den Bedarf eines neuen, überregionalen Verbundsystems auf.

Von Theresa Lenz

Michael Winkler, Direktor Penn Libraries "Kuali OLE", bibliotheksnews/tl

Michael Winkler, Direktor Penn Libraries „Kuali OLE“, bibliotheksnews/tl

Diesen Bedarf haben Dr. Silke Schomburg, Leiterin des Hochschulbibliothekszentrums (hbz) und Reiner Diedrichs, Direktor der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) in einem Vergleich ihrer Verbünde herausgearbeitet. Vor allem soll dieses Programm einen leichten Umstieg ermöglichen und keine Hohen Kosten mit sich bringen. Eine mögliche Lösung ist das integrierte Bibliotheksmanagementsystem Kuali OLE (Kuali Open Library Environment), dass bereits von den Verbünden in Testeinheiten eingesetzt wird, da „aktuelle Systeme am Ende ihres Lebenszyklus stehen“ so Kirsten Kemner-Heek, der Verbundzentrale des GBV.  Dieses stelle ich anhand des Vortrags von Michael Winkler, dem Direktor der Penn Libraries, Pennsylvania  kurz vor.

Kuali Ole ist eine Open-Source-Software, deren Zielgruppe wissenschaftliche Bibliotheken sind. Kuali Ole, so Michael Winkler, ist „eine Community within a community“, das heißt Kuali Ole ist Teil eines Gesamt-Universitären Softwarekonzepts  zu dem u.a. e-Learning Angebote, Finanzverwaltung und Forschungsadministration gehören.  Das Besondere ist, dass diese Software von Bibliothekaren für wissenschaftliche Bibliotheken entwickelt worden ist, um eine nutzerfreundliche Bedienung zu gewährleisten. Dafür werden vier Module angeboten, die ineinander greifen, um die Abläufe besser miteinander zu verbinden: Auswählen und Erwerben, Beschreiben und Verwalten, Systemintegration und Lieferung.

Kuali Ole ist ein sogenanntes „Next Generation System“, das heißt, es ist web- und cloud-basiert, hat offene Schnittstellen zur Integration in unterschiedliche Strukturen, unterstützt die Verwaltung elektronischer Medien, Back-End System für Erwerbung, Katalogisierung und Ausleihe. Zudem ist es eine offene Plattform, zur Entwicklung, Integration und Zusammenarbeit. Ein eigener OPAC ist nicht vorhanden, aber wahlweise integrierbar.

Warum sollten sich die Verbünde für ein Open-Source-System entscheiden? Sie sind damit unabhängig vom Hersteller, und können direkt auf die Entwicklung der Software zugreifen, sie ersparen sich Kosten, da sie zum Beispiel keine Lizenzkosten haben, die Ressourcen sind nachhaltig angelegt und die Innovation entspricht der momentanen Entwicklung der „Next-Generation-Systeme“ im Hochschulbereich.

Ob dieses System auch in Deutschland in den Verbünden GBV und hbz eingesetzt wird, entscheidet sich nach Auswertung der Testphase, die Ende 2015/ Anfang 2016 sein wird, so Kirstin Kemner-Heck.