„Ohne den Duisburger Bücherbus wäre Hatice Akyün keine so gute Autorin geworden“

Mit der Verleihung des Publizistenpreises an Hatice Akyün endet der 106. Bibliothekartag. Der Publizistenpreis wird jährlich an Journalisten und Journalistinnen aller Medien ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für Bibliotheken einsetzen. Für Bibliotheksnews sprach Christopher Bahl mit dem Jury-Mitglied Konstanze Söllner über den Preis und seine Trägerin.

Die Preisträgerin Hatice Akyün (Mitte). Foto: bibliotheksnews/cb

bibliotheksnews: Welche Bedeutung hat dieser Preis Ihrer Meinung nach für die deutsche Bibliotheksszene?

Konstanze Söllner: Der Publizistenpreis ist ein zentrales Instrument der Lobbyarbeit für Bibliotheken. Themen aus Bibliotheken schaffen es nur sehr selten in die öffentliche Diskussion. Die Arbeit von Publizistinnen und Publizisten, die qualitätvolle und reflektierte Berichterstattung aus Bibliotheken leisten, soll mit diesem Preis besonders gewürdigt werden.

bibliotheksnews: Was zeichnet die diesjährige Preisträgerin des Publizistenpreises Hatice Akyün aus?

Söllner: Hatice Akyün ist eine Autorin, die in sehr humorvoller und persönlicher Weise ernste Themen gut lesbar verpackt. Damit erreicht sie ein sehr großes Publikum. Ich behaupte, dass Hatice Akyün ohne den Duisburger Bücherbus keine so gute Autorin geworden wäre. Hatice Akyün ist aber auch streitbar und anspruchsvoll, was die Angebote von Bibliotheken betrifft. Es lohnt sich, mit ihr im Dialog zu sein.

bibliotheksnews: In welchem Maße hat Hatice Akyün mit Ihrem Beitrag „Der Bus, mit dem ich die Welt entdeckte“, die Wichtigkeit und die Notwendigkeit von Bibliotheken verdeutlicht und was erhoffen Sie sich von diesem Beitrag?

Söllner: Ich bin Mitglied der Jury gewesen. In der Jurybegründung haben wir besonders hervorgehoben, welche Rolle Bibliotheken als Bildungseinrichtungen haben. Ich erhoffe mir persönlich, dass mit Unterstützung von Hatice Akyün dieses Thema noch viel stärker als bisher in die Medien getragen werden kann.